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LUZERN: Spitalpatientin zu früh entlassen?

Wenige Tage nach einer schweren Operation schickt das Luzerner Kantonsspital eine 89-jährige Seniorin heim. Es kommt zu Komplikationen. Nun erhebt die Tochter Vorwürfe.
Alexander von Däniken
Das Luzerner Kantonsspital in Wolhusen. (Bild: PD / Emanuel Ammon, Aura)

Das Luzerner Kantonsspital in Wolhusen. (Bild: PD / Emanuel Ammon, Aura)

Seit knapp zwei Jahren gelten in der Schweiz die Fallpauschalen. Mit diesem System dürfen die Spitäler für jede Operation nicht mehr als einen fixen Betrag verrechnen. Je schneller die Spitäler arbeiten, desto mehr verdienen sie. Damit besteht die Gefahr, dass die Spitäler ihre Patienten zu früh entlassen.

Die Spitäler haben immer abgestritten, dass es solche blutigen Entlassungen gibt. So auch das Luzerner Kantonsspital. Allerdings kommen jetzt Zweifel auf. Eine Frau, die namentlich nicht genannt werden will, erzählt von der nervenaufreibenden Spitalgeschichte ihrer Mutter (89). Diese lebt in einem Alters- und Pflegeheim im Entlebuch und ist auf den Rollstuhl angewiesen. Nur wenige Schritte auf den eigenen Beinen sind möglich. Diese Schritte werden der Seniorin am Abend des 24. Oktober zum Verhängnis. Sie stürzt und wird mit der Ambulanz ins Kantonsspital Wolhusen gebracht. Dort stellen die Ärzte einen Oberschenkelhalsbruch fest. Am Freitag, 25. Oktober, wird die Seniorin operiert. Dabei setzen ihr die Ärzte ein neues Hüftgelenk ein. «Die Operation war sehr schwierig», sagt die Tochter.

Nach einer Woche entlassen

Trotzdem scheint die Operation gelungen. Drei Tage danach erfahren die Angehörigen allerdings, dass ihre Mutter eine Lungenentzündung erlitten hat. «Ausserdem machte sie einen sehr verwirrten Eindruck.» Trotzdem wurde sie am Freitag, 1. November, aus dem Spital entlassen.

Zurück im Alters- und Pflegeheim, verschlechtert sich der Zustand der 89-Jährigen. Am Oberschenkel bildet sich eine riesige Schwellung, wahrscheinlich verursacht durch eine falsch dosierte Blutverdünnung. Am 3. November schickt ein herbeigerufener Notarzt die Seniorin sofort wieder ins Kantonsspital Wolhusen. Dort wird sie am 4. November erneut operiert. Doch auch diese Operation bleibt nicht ohne Folgen. Nur wenige Tage später stellen die Ärzte bei der Seniorin einen Wundinfekt fest. Immerhin ist sie da noch im Spital. Es folgt die dritte Operation.

Angehörige: Blutige Entlassung

Der Seniorin geht es mittlerweile wieder gut; sie lebt wieder im Alters- und Pflegeheim. Nach der Beurteilung ihrer Angehörigen sieht dies eindeutig nach einer blutigen Entlassung aus.

Die Mediensprecherin des Luzerner Kantonsspitals, Ramona Helfenberger, sagt lediglich: «Wir prüfen den konkreten Einzelfall und sind mit den Angehörigen im Gespräch.

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