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LUZERN: «Stadt der Vögel»: Vier Aufführungen vom Winde verweht

Drei Verletzte, umgestürzte Bäume und überschwemmte Strassen – dies ist die Bilanz des Gewitters in Luzern. Folgen hat dieses auch für die Luzerner Freilichtspiele: Vier Aufführungen wurden gestrichen.
Der Sturm hat den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Insgesamt fallen vier Aufführungen der «Stadt der Vögel» aus. (Bild: PD)

Der Sturm hat den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Insgesamt fallen vier Aufführungen der «Stadt der Vögel» aus. (Bild: PD)

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch

Starke Windböen und schwarzgraue Wolken kündigten das Gewitter vom Mittwochabend an. Die starken Winde sorgten vor allem in der Stadt und der Agglomeration rund um Luzern zwischen 18 und 19 Uhr für Chaos (Ausgabe von gestern).

Auch die Organisatoren der Luzerner Freilichtspiele «Stadt der Vögel» kämpften mit heftigem Wind. Eine Böe brachte das Dach des Theaters im Tribschengebiet am Mittwochabend beinahe zum Einstürzen. Die Luzerner Freilichtspiele haben darauf alle Vorführungen für diese Woche abgesagt – auch jene vom Mittwochabend. Laut dem Projektleiter, Christoph Risi, hob die Böe das Dach wohl an und liess es danach wieder runterknallen, so dass es sich verbog. Es wurden keine Personen verletzt.

Das Dach ist noch immer einsturzgefährdet; heute Nachmittag beginnen die Abbauarbeiten. Dafür muss ein Spezialkran aufgeboten werden, der die Dachkonstruktion stützt, so dass das Gerüst zurückgebaut werden kann. Risi hofft, dass nächste Woche die letzten Vorführungen gespielt werden können. Dann wohl einfach ohne Dach. «Sollte es regnen, offerieren wir unseren Gästen eine Pelerine», so Risi.

«Ein Restrisiko bleibt immer»

Solch einen Vorfall gab es bei den Luzerner Freilichtspielen noch nie. Um solchen Situationen vorzubeugen, gebe es ein Sicherheitsdispositiv, das bestens funktioniert habe. «Schlussendlich müssen wir aber realistisch sein», sagt Risi, «ein Restrisiko bleibt immer.» Bereits gekaufte Tickets können für eine andere Vorstellung umgetauscht werden oder werden rückerstattet.

Besser erging es dem Luzer­- ner Open-Air-Kino. Organisator Franz Bachmann hatte die Wetterlage am Mittwoch genau beobachtet. Er steht stets in Kontakt mit Meteo Schweiz. «Hätte ich gesehen, dass die Gewitterzelle auf den Kinostart eintrifft, hätte ich die Aufführung abgesagt.» Schliesslich hatte sich die Lage beruhigt und «wir genossen einen schönen Kinoabend mit 950 Gästen.»

Am Mittwoch gingen bei der Luzerner Polizei innert kurzer Zeit 44 Meldungen ein. Vielerorts waren Bäume auf Strassen und Plätze gestürzt, wie die Luzerner Polizei in einer Mitteilung schreibt. Beim Lido in Luzern stürzte ein Baum auf drei parkierte Autos und drei Kinder. Diese wurden leicht verletzt und zur Kontrolle ins Spital gebracht. Auch auf dem Vierwaldstättersee zeigte der Sturm seine Kraft. Ein halbes Dutzend Boote wurde losgerissen, einige Personen gerieten ausserdem in Seenot und mussten von der Seepolizei in Sicherheit gebracht werden. «Auf dem See kann man nicht so schnell reagieren wie auf der Strasse», erklärt Kurt Graf, Sprecher der Luzerner Polizei, diese Situation.

Die Gebäudeversicherung Luzern schätzt die Sturmschäden auf eine halbe Million Franken und rechnet mit 250 bis 300 Schadensmeldungen, wie es in einer Mitteilung heisst.

Umgestürzte Bäume und überschwemmte Strassen beschäftigten auch im Kanton Schwyz die Feuerwehrleute. Ein Blitzschlag führte in Steinerberg zu einem Dachbrand, der rasch gelöscht werden konnte. Verletzt wurde niemand. Die anderen Zentralschweizer Kantone wurden weitgehend verschont.

Auch in den nächsten Tagen muss mit Gewittern gerechnet werden, wie Melanie Ruosch von Meteo Schweiz sagt. «Auf der Vorderseite eines Tiefdruckgebiets über den Britischen Inseln wird mit einer mässigen Südwestströmung auch in den nächsten Tagen feuchte und labile Luft zur Schweiz geführt. Kräftige Gewitter sind somit weiterhin möglich.» Zur Sicherheit rät sie, lose Gegenstände, beispielsweise auf dem Balkon, gut zu befestigen.

Hinweis
Über Umbuchungen und Rückerstattungen informiert www.freilichtspiele-luzern.ch

Das Tribünendach, bedrohlich durchgebogen. (Bild: PD)

Das Tribünendach, bedrohlich durchgebogen. (Bild: PD)

Der aus Athen geflüchtete Makarios (Walter Sigi Arnold) – und mit ihm alles Geflügel der Stat der Vögel – muss wegen eines Sturmschadens Pause machen. (Bild: Nadia Schärli/LZ)

Der aus Athen geflüchtete Makarios (Walter Sigi Arnold) – und mit ihm alles Geflügel der Stat der Vögel – muss wegen eines Sturmschadens Pause machen. (Bild: Nadia Schärli/LZ)

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