LUZERN: Stadt entsorgt bis zu 400 Tonnen Blei

Bis Ende 2014 saniert die Stadt Luzern die mit Schwermetallen belasteten Böden der ehemaligen Schiessplätze auf der Luzerner Allmend. Dazu muss auf über zwei Hektaren Fläche bis zu 40 Zentimeter Boden abgetragen werden.

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Blick in den alten Schiessstand. Vorne ist die neue Schiesssporthalle zu sehen. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Blick in den alten Schiessstand. Vorne ist die neue Schiesssporthalle zu sehen. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

150 Jahre Schiessbetrieb haben auf der Luzerner Allmend ihre Spuren hinterlassen. Die Böden sind nach Angaben der Stadt Luzern grossflächig mit Schadstoffen wie Blei und Antimon belastet. Diese stellen eine Gefahr für Gewässer, Fauna und Flora sowie auch Menschen dar.

550 Lastwagenfahrten Aushubmaterial

2014 kann nach der Baubewilligung des Horwer Gemeinderats die letzte und umfangreichste Sanierungsetappe des Projekts «Natur und Erholungsraum Allmend» angegangen werden. Diese umfasst den hauptsächlich von der Armee genutzten Gefechtsschiessplatz Stand A, die beiden 300-Meter-Anlagen und die von der Jagdschützengesellschaft betriebene Tontaubenanlage. Auf über zwei Hektaren muss der belastete Boden in einer meist 10 bis 40 Zentimeter dicken Schicht abgetragen werden. Insgesamt rechnet die Stadt mit rund 6500 Kubikmetern belastetem Aushubmaterial, was zirka 550 Lastwagenfahrten entspricht. Entsorgt werden bis zu 400 Tonnen Blei.

Diese Bäume müssen gefällt werden (rot eingefärbt). (Bild: zvg)

Diese Bäume müssen gefällt werden (rot eingefärbt). (Bild: zvg)

Um diese Sanierungen durchführen zu können, müssen rund 6500 Quadratmeter Wald gerodet werden. Denn Schadstoffmessungen haben gezeigt, dass es vor allem im Wald oberhalb und östlich des Standes A sehr hohe Bleibelastungen gibt. Die Rodungen starten am 3. März. Nach Abschluss der Sanierungen werden die Rodungsflächen naturnah begrünt und mit einheimischen Bäumen und Sträuchern bepflanzt.

Leinenzwang für Hunde auf Schiessplätzen

Das Areal wird ebenfalls ökologisch aufgewertet. Dazu werden die noch vorhandenen militärischen Bauten zurückgebaut und die Flächen werden renaturiert. Auch die Oberrütibäche und der Finsterlochbach werden revitalisiert und ökologisch aufgewertet. Für die gefährdeten Gelbauchunken und andere Amphibien entstehen neue Kleingewässer. Aus Rücksicht auf die Pflanzen- und Tierwelt gilt auf den ehemaligen Schiessplätzen ein Leinenzwang für Hunde.

Im Herbst 2014 folgt die nächste Etappe: Der Abschnitt der Fuss- und Velowegverbindung zwischen dem Zihlmattweg und dem Kreisel Waldegg gebaut. Bis Ende 2015 entsteht zudem ein Naturerlebnisrundweg mit verschiedenen thematischen Stationen. Zweitweise müssen während den Bau- und Sanierungsarbeiten zwischen März und November 2014 aus Sicherheitsgründen einzelne Wegabschnitte im Bereich der ehemaligen Schiessplätze und dem angrenzenden Bireggwald gesperrt werden. Ausweichmöglichkeiten werden vor Ort signalisiert.

pd/chg