Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LUZERN: Stadt kann sechs Quadratmeter Privat-Trottoir kaufen – für über 16'000 Franken

Der Kauf von sechs Quadratmetern Privat-Asphalt am Löwengraben hat die Stadtluzerner Behörden über 15 Jahre lang beschäftigt. Jetzt ist das Geschäft unter Dach und Fach.
Sandra Monika Ziegler
Max Dudle am Löwengraben 9, wo sich das besagte Stück Trottoir befindet. (Bild: Pius Amrein (Luzern 25.2.2016))

Max Dudle am Löwengraben 9, wo sich das besagte Stück Trottoir befindet. (Bild: Pius Amrein (Luzern 25.2.2016))

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Eines muss man dem Konditormeister Max Dudle lassen. Er hat sich über all die Jahre seinen spitzen Humor behalten. Doch der Reihe nach. Das Objekt der Streitigkeiten ist ein sechs Quadratmeter grosses Stück Trottoir am Löwengraben 9 in der Luzerner Altstadt. Kontrahenten sind die Stadt Luzern und der Konditormeister Max Dudle, Eigentümer der begehrten Quadratmeter. Die Stadt braucht das Stück für das Projekt der Flaniermeile am Löwengraben und Dudle stand dem Projekt positiv gegenüber. Eigentlich hätte der Verkauf glatt über die Bühne gehen können, denn Käufer und Verkäufer waren sich einig. Doch vom ersten Schriftwechsel bis zur nun getroffenen, ausseramtlichen Vereinbarung nach Paragraf 49 des Enteignungsgesetz vergingen satte 15 Jahre mit unzähligen weiteren Schreiben.

Die lange Dauer deshalb, weil das Dossier liegen blieb und Abmachungen nicht ins Grundbuch eingetragen wurden. Als man sich im Luzerner Stadthaus wieder einmal mit der «Causa Dudle» beschäftigte, knüpften die Zuständigen nicht etwa an bereits erstellten Protokollen und Unterlagen an, sondern kehrten zurück auf Feld eins und verhandelten von neuem. Was auch aus dem unserer Zeitung vorliegenden Schriftverkehr ersichtlich ist.

Und so kam es, dass das Preisangebot der Stadt für das Trottoir in den Folgejahren zwischen 800 und 4200 Franken variierte und auch schon von der Androhung einer Enteignung begleitet wurde (Ausgabe vom 7. März 2016). Nun aber ist man sich einig: Das Stück Trottoir wechselt den Besitzer für 16 119 Franken, was einem Quadratmeterpreis von 2686.50 entspricht, wie dem städtischen Schreiben von Anfang Januar zu entnehmen ist. Noch in diesem Jahr sollen dann die Bauarbeiten für die Neugestaltung von Löwengraben und Grendel beginnen – hier entsteht eine Flaniermeile.

Abmachungen fehlten im Grundbuch

Warum aber die Stadt eine Preisspanne von 800 bis 4200 kommunizierte, bleibt für Aussenstehende unklar. Jedoch nicht für Max Dudle – er hat dafür nur eine Erklärung: «Die haben nicht miteinander gesprochen. Beamter A wusste nicht, was der Beamte B macht.» Dudle zeigt sich zufrieden, obwohl er nicht den Höchstpreis erzielt hat: «Nun warten wir mal, bis das Geld fliesst und der Grundbucheintrag gemacht wird.» Denn das Eigentum geht erst mit Bezahlung der 16 119 Franken auf die Stadt über. Ganz ohne Nebengeräusche sei das Geschäft aber doch nicht über die Bühne, so Dudle. Nebst dem tieferen Preis wollte die Stadt anfänglich vom Konditormeister noch die Grundstückgewinnsteuer einkassieren.

Dudle blieb hart: «Was habe ich für einen Gewinn gemacht, wenn der Preis von 4200 Franken auf die knapp 2700 gesunken ist?» Dieser Einwand schien bei der Stadt angekommen zu sein und sie hätten ein «salomonisches Urteil» gefällt, wie Dudle es nennt. So werde die Grundstückgewinnsteuer erst beim nächsten Besitzer fällig, sofern die Stadt dann noch daran denke.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.