LUZERN: Stadt Luzern favorisiert Parkhaus Musegg

Parkhaus oder Metro: Zwei Projekte wollen Luzerns Parkplatzprobleme lösen. Der Stadtrat empfiehlt das Parkhaus Musegg zur Weiterbearbeitung. Im Gegenzug will er bis zu 600 Parkplätze in der Innenstadt aufheben.

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Ursprüngliche Visualisierung der Einfahrt zum Parkhaus Musegg. (Bild: PD)

Ursprüngliche Visualisierung der Einfahrt zum Parkhaus Musegg. (Bild: PD)

Zwei Projekte wollen die Verkehrsprobleme in der Stadt Luzern, insbesondere das Carproblem am Schwanenplatz, lösen: Auf der einen Seite das Parkhaus Reussegg mit 3300 Auto- sowie bis zu 140 Car-Parkplätzen. Eine Metro soll die Passagiere in drei Minuten zum Schwanenplatz bringen. Kostenpunkt: 400 Millionen Franken.

Soll laut den Initianten hell und einladend werden: Zugang zum Parkhaus Musegg beim Falkenplatz zwischen Café Heini und Bezirksgericht. (Bild: Visualisierung PD)

Soll laut den Initianten hell und einladend werden: Zugang zum Parkhaus Musegg beim Falkenplatz zwischen Café Heini und Bezirksgericht. (Bild: Visualisierung PD)

Auf der anderen Seite ein Parkhaus im Musegghügel mit 700 Auto- und 36 Car-Parkplätzen. Die Passagiere gelangen über eine unterirdische Passage in die Altstadt. Kostenpunkt: 150 Millionen Franken. Wer den Zuschlag erhält, ist offen.

Der Luzerner Stadtrat hat sich eingehend mit beiden Projekten befasst und empfiehlt das Parkhaus Musegg zur Realisierung. Der Stadtrat kommt zum Schluss, dass wirtschaftliche und verkehrstechnische Überlegungen sowie bewilligungs- und umweltrechtliche Aspekte für das Projekt Parkhaus Musegg sprechen. Er betont in einer Mitteilung vom Donnerstag, dass der Lead für die weitere Bearbeitung nun bei den Initianten liege.

Fallen 600 Parkplätze in der Stadt weg?

Parkhaus Musegg mit Zugang zur Altstadt. (Bild: Grafik: Oliver Marx / Neue LZ)

Parkhaus Musegg mit Zugang zur Altstadt. (Bild: Grafik: Oliver Marx / Neue LZ)

Die Unterstützung des Projektes knüpft der Stadtrat an Bedingungen: Er erwartet vom Parkhaus Musegg, dass damit das Carproblem Schwanenplatz vollständig gelöst werde. Die Anzahl Carparkplätze im Parkhaus Musegg müsse auf die zukünftige Nachfrage ausgerichtet sein, schreibt er weiter. Zudem müssen in der Innenstadt 300-600 Parkplätze aufgehoben werden. Wieviele es am Schluss sein werden, hänge von der Umweltverträglichkeitsprüfung ab. Die Initianten müssen sich zudem verpflichten, die Parkhauszufahrt ins Projekt zu integrieren und deren negative Auswirkungen mit geeigneten Massnahmen zu minimieren.

Projekt Metro: Zu viele Nachteile

Aus Sicht des Stadtrats hat das Projekt Metro mit Parkhaus Reussegg im Ibach gravierende Nachteile und Risiken. So muss es mehr und kompliziertere Bewilligungsverfahren durchlaufen. Auch aus umweltrechtlicher Sicht sind die Risiken deutlich höher. Beispielsweise sei die Zahl der zu kompensierenden Parkplätze viel höher. Zudem sei das Verkehrsaufkommen im Ibach viel höher. Mit 400 Millionen Franken gegenüber 150 Millionen Franken sind die Investitionen beim Projekt Metro mehr als doppelt so hoch. Hinzu kommen die Betriebskosten für die Metro, die voraussichtlich von der Öffentlichkeit mitfinanziert werden müssten.

Laut Mitteilung der Stadt Luzern rechnen Experten damit, dass Luzern als Destination für den Tagestourismus massiv an Bedeutung und Attraktivität verlieren würde, wenn die Cartouristen auf ihrer Reise zur Innenstadt Luzerns auf eine Metro umsteigen müssten. Luzerns Tourismusdirektor Marcel Perren hatte jüngst davor gewarnt, dass das Metro-Projekt Touristen abschrecken könnte, nach Luzern zu kommen (zum Artikel). Ein weiterer Nachteil aus Sicht des Luzerner Stadtrats ist, dass die geplante Metro nicht ins System des öffentlichen Verkehrs eingebettet ist. Die Park-and-Ride-Anlage sei zu zentrumsnah und entspreche nicht der Strategie im Aggloprogramm Luzern. Dieses sieht ein Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr in grösserer Distanz zum Zentrum Luzern vor.

Parkhaus Musegg: Initianten erfreut

Die Initianten des Parkhaus Musegg zeigen sich über die Haltung des Luzerner Stadtrates erfreut. Der Stadtrat habe Bedingungen formuliert, die das Komitee entgegengenommen habe. «Nach der Sommerpause entwickeln wir das Projekt weiter. Es soll breit abgestützt sein. Dafür werden wir eng mit der Stadt und den privaten Interessengruppen zusammenarbeiten», sagt Fritz Studer, Präsident des Initiativkomitees Parkhaus Musegg.

Metro-Initianten wollen weiterkämpfen

Trotz abschlägigem Bescheid durch den Stadtrat soll auch das Metro-Projekt weiterverfolgt werden, wie Marcel Sigrist, einer der Initianten, auf Anfrage sagte. Der Weg werde nun einfach schwieriger.

Er wolle ein «gutes Projekt» nicht einfach beiseite schieben, nur weil der Stadtrat nicht dahinter stehe, sagte Sigrist. Über die weiteren Schritte und einen «Plan B» wollen die Metro-Initianten gemäss Sigrist später informieren.

Hinweis: Infos zu den beiden Projekten auf www.attraktiver-schwanenplatz.ch und www.parkhaus-musegg.ch

Ihre Meinung ist gefragt!

Parkhaus Musegg oder Parkhaus Reussegg (mit Metro zum Schwanenplatz)? Was denken Sie zu den Vorschlägen des Luzerner Stadtrates? Welches ist Ihr favorisiertes Projekt? Loggen Sie sich ein und geben Sie gleich unten Ihren Kommentar ab. Ihre Meinung interessiert uns.

rem/sda