LUZERN: Stadt will diesen krebskranken Baum retten

Eine grosse Edelkastanie an der Diebold-Schilling-Strasse ist von Kastanienrindenkrebs befallen. Mit einem starken Rückschnitt versucht die Stadtgärtnerei, den imposanten Baum zu erhalten.

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Ohne die geplanten Massnahmen der Stadtgärtnerei wäre diese Edelkastanie nicht zu retten. (Bild: PD)

Ohne die geplanten Massnahmen der Stadtgärtnerei wäre diese Edelkastanie nicht zu retten. (Bild: PD)

Mitte September ist Mitarbeitern der Stadtgärtnerei aufgefallen, dass bei einer Edelkastanie an der Diebold-Schilling-Strasse einige Partien der Baumkrone dürr scheinen, das Laub aber noch an den Ästen haften bleibt. Bei genaueren Untersuchungen wurden Pilzfruchtkörper festgestellt, welche auf den Kastanienrindenkrebs hinweisen. Wie die Stadt Luzern am Donnerstag mitteilte, wurden daraufhin einige Proben gesammelt und der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), Abteilung Waldschutz, zur Analyse eingeschickt, welche den Befall mit dem Kastanienrindenkrebs bestätigt hat.

Bei der Edelkastanie an der Diebold-Schilling-Strasse ist bisher nur die Baumkrone betroffen, am Stamm wurden noch keine Pilzfruchtkörper entdeckt. Die Stadtgärtnerei versucht den Baum möglichst lange zu erhalten und wird daher mittels Schnittmassnahmen vorerst die befallenen Teile der Krone entfernen.

Der Stadtgärtnerei ist bewusst, dass sich dadurch das Bild des Baumes drastisch ändern wird, der Baum erhält aber so zumindest die Gelegenheit sich wieder zu erholen. Sollte der Pilz-Befall in den kommenden Jahren aber erneut auftreten, muss eine Fällung des Baumes in Betracht gezogen werden.

pd/zim

Pilzart führt zum Absterben der Edelkastanie

Die bei der Edelkastanie an der Diebold-Schilling-Strasse festgestellte Pilzart führt zum Absterben der Edelkastanien. In Amerika zerstörte der Pilz zu Beginn des 20. Jahrhunderts die ausgedehnten Kastanienwälder im östlichen Landesteil fast vollständig. In Europa richtet er vor allem auf der Alpensüdseite grosse Schäden an. Auf der Alpennordseite gilt der Pilz daher als Quarantäne-Organismus. Gemäss der Pflanzenschutzverordnung des Bundes müssen Massnahmen ergriffen werden um die Ausbreitung des Pilzes zu verhindern.