LUZERN: Stadt will Sitzbänke doch nicht wegsparen

Nach Kritik aus der Bevölkerung will die Luzerner Stadtregierung die Zahl der öffentlichen Sitzbänke von 1200 nicht reduzieren. Einsparungen beim Unterhalt will die Stadt durch die Kooperation mit den Berufsverbänden der Maler und Schreiner erreichen.

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«Sämtliche Sitzbänke in der Stadt Luzern sollen auch weiterhin unterhalten werden», bekräftigt die Stadt am Dienstag in einer Mitteilung. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

«Sämtliche Sitzbänke in der Stadt Luzern sollen auch weiterhin unterhalten werden», bekräftigt die Stadt am Dienstag in einer Mitteilung. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Ab 2015 sollen die Sitzbänke unter Einbezug der Lehrlinge der Verbände luzernermaler und Luzerner Schreiner unterhalten werden. Erste Gespräche hätten bereits stattgefunden. Zudem werde sich am künftigen Unterhalt Luzern Tourismus finanziell beteiligen, teilte die Stadt Luzern am Dienstag mit.

Im Rahmen des Sparpakets von vier Millionen Franken will die Stadtregierung beim Unterhalt der Sitzbänke und Parkanlagen künftig jährlich 300'000 Franken sparen und drei Stellen in der Verwaltung streichen.

Quartiervereine putzen Parks

Die Stadt Luzern unterhält rund 300'000 Quadratmeter Grünfläche. Auf 10 Prozent der Fläche will der Stadtrat den Unterhalt künftig reduzieren. Insbesondere in den Anlagen Bruchmatttobel und Staffelntäli soll ein minimaler Unterhalt gewährleistet werden. Parks sollen keine geschlossen werden. Quartiervereine hätten sich bereit erklärt, sich beim Unterhalt von Grünflächen zu engagieren, heisst es in der Mitteilung der Stadt.

Auch von den 108 Spielplätzen (55 Spielplätze und 53 Spielanlagen auf Schulplätzen) mit rund 700 Spielgeräten soll gemäss Stadtrat keine Anlage geschlossen werden. Einzelne Spielgeräte müssten jedoch bei Ablauf ihrer Lebensdauer aus Sicherheitsgründen abgebaut werden.

Im Sommer 2013 wurden in verschiedenen Medien Sparmassnahmen bei den öffentlichen Sitzbänken und den Parkanlagen kritisiert. Die Informationen seien «zur Unzeit aus der Verwaltung» geflossen, schreibt die Stadtregierung in ihrer Mitteilung. Eine Schliessung von Spielplätzen sei nie ein Thema gewesen. Ebenso sei es nie die Absicht des Stadtrates gewesen, Sitzbänke in der Tourismuszone ersatzlos abzubauen.

Die Hälfte der Massnahmen ist umgesetzt

Mit dem Sparpaket von vier Millionen Franken will der Luzerner Stadtrat bis 2015 von einem strukturellen Defizit befreien. Von 15 Massnahmen seien bereits 8 umgesetzt, schreibt die Stadt. Neben den unten aufgeführten Massnahmen soll der Lohnanstieg beim städtischen Personal (0,5 statt 1 Prozent) weniger stark steigen und die Mittagstische auf der Sekundarstufe nicht weitergeführt werden.

Weitere Sparmassnahmen in der Stadt Luzern

Reinigung: 300'000 Franken einsparen - Abbau von 3 Stellen

Liegenschaftseigentümer sind künftig von Mai bis September für die Reinigung jener Trottoirs und Gehwege, die an ihre Grundstücke grenzen, verantwortlich. Ausserordentliche Verschmutzungen beseitigt das Strasseninspektorat. Grundsätzlich reinigt das Strasseninspektorat alle Trottoirs, Gehwege und Strassen alle 3-4 Wochen (früher 1-2 Wochen) und leert alle Abfallkübel.

Zentrum St. Michael: 100'000 statt 50'000 Franken

Gegen die Sparmassnahme, das Zentrum St. Michael der römisch-katholischen Kirchgemeinde Littau ab 2014 nicht mehr finanziell zu unterstützen und den Betrag von 100‘000 Franken zu streichen, wurde ein politischer Vorstoss eingereicht. Nach der Überprüfung kam der Stadtrat zum Schluss, dass ein Jahresbeitrag von 50‘000 Franken für die nächsten fünf Jahren ausreichen müsse. Begründung: Kein Pfarreizentrum in der übrigen Stadt bekomme einen Betriebsbeitrag. Zudem diene das Zentrum St. Michael nicht mehr als Gemeindezentrum wie in der ehemaligen Gemeinde Littau. Die Kirchgemeinde Littau sprach sich gegen das Angebot von 50‘000 Franken aus und lehnte es ab. Trotzdem ist der Stadtrat bereit, mit der Kirchgemeinde noch einmal das Gespräch aufzunehmen.

Bibliothek Ruopigen bleibt offen

Die Bibliothek Ruopigen wird nicht geschlossen, sondern am jetzigen Standort weitergeführt, wie wir berichteten. Der Sparausfall von 203‘000 Franken wird mit verschiedenen kleinen Budgetkürzungen ab 2014 kompensiert. Zusätzlich in die Räume der Bibliothek integriert die Stadt das Quartierbüro Reussbühl.

WC in der Stadt Luzern

Nicht Teil des 4-Millionen-Sparpakets sind die WC-Anlagen. Das provisorische WC beim Löwendenkmal sowie die mobile WC-Anlage auf der Ufschötti haben sich bewährt, schreibt die Stadt. Der Stadtrat hält am grundsätzlichen Ziel fest: Wenig benutzte WCs am Rand der Stadt sollen geschlossen werden. Anlagen mit hoher Frequenz sollen auf einen modernen Stand gebracht und häufiger gereinigt werden. Der Stadtrat will das WC-Angebot im Zentrum überprüfen und den Masterplan entsprechend anpassen.

sda/rem