Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LUZERN: Stadtbienen-Boom stösst an Grenzen

Nach dem Kinofilm «More Than Honey» hat die Zahl der Luzerner Honigproduzenten zugenommen. Nun flacht der Trend wieder ab. Ein Stadt-Imker ist darüber gar nicht so unglücklich.
Natalie Ehrenzweig
Imker Lukas Riechsteiner bei seinen Bienenvölkern bei der Lukaskirche in Luzern. Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 19. Oktober 2016)

Imker Lukas Riechsteiner bei seinen Bienenvölkern bei der Lukaskirche in Luzern. Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 19. Oktober 2016)

Seit acht Jahren besitzt der selbstständige Gärtner Lukas Riechsteiner Bienen – teils mitten in Luzern. Seine Völker befinden sich vor der Lukaskirche, im Wesemlin, bei der Reussegg an der Gibraltar- und Werftstrasse sowie beim Riffigweiher in Emmen.

Seit er sich mit Bienen beschäftigt, hat sich in der Branche einiges getan. Nach dem Dokumentarfilm «More than Honey» (2012) stieg die Zahl gemeldeter Imker im Kanton Luzern von 1242 (2011) auf 1273 (2016), jene der Bienenvölker von 12 211 auf 12 502. «Mich stört, dass durch die negative Berichterstattung viele Leute glauben, die Bienen werden demnächst aussterben, obwohl wir in der Schweiz eine der grössten Bienendichten weltweit haben», sagt daher Ruedi Dahinden, Präsident des Verbands Luzerner Imkervereine.

«Haltung erfordert viel Wissen»

Laut Riechsteiner flacht der Trend nun aber wieder ab. Darüber ist er nicht unglücklich: «Bienen sind Nutztiere, und die Haltung erfordert viel Wissen und Verantwortung. Wer nicht seriös arbeitet als Imker, macht den anderen Probleme, zum Beispiel mit Brutkrankheiten.» So müsse man die Völker im Herbst gegen die Varroamilbe behandeln. Im Winter müsse man mit einem Verlust von etwa 10 Prozent der Bienenvölker rechnen. «Für die überdurchschnittlichen Verluste von etwa 20 Prozent im Winter 2011/2012 war wohl die Varroamilbe verantwortlich», erklärt Ruedi Dahinden. Weiter müsse ein Imker einstecken können. Wenn Lukas Riechsteiner an einem schönen Sommertag imkere, an dem es vielleicht später sogar zu einem Gewitter komme, kassiere er bis zu 30 Bienenstiche: «Bienen sind sensibel. Sie reagieren auf ein aufziehendes Gewitter und sind unruhig.» Deshalb ist ihm als Züchter auch daran gelegen, möglichst ruhige Bienenvölker zu produzieren. «Ich kann es mir mit meinen Bienenstöcken mitten in der Stadt nicht leisten, wenn die Bienen die Nachbarn stechen», sagt Riechsteiner. Er kennt seine Bienen, kann die Völker unterscheiden. «Ich fülle den Honig auch gesondert nach Standort ab. Der Honig von der Gibraltarstrasse, so nahe dem Wald, schmeckt anders als zum Beispiel der von der Lukikirche.»

Um Imker zu werden, sollte man einen Grundkurs besuchen: «Dann hat man erst mal das Basiswissen. Und es lohnt sich, mit anderen Imkern im Austausch zu sein, zum Beispiel im Verband», sagt Riechsteiner. Verfüge man über gewisse Erfahrungen, könne man sich zum eidgenössischen Imker weiterbilden. «Bei der Standortsuche gilt: Man soll einander nicht das Wasser abgraben und genügend Abstand zu anderen Bienenvölkern halten.» In der Stadt, so Riechsteiner, gebe es genug Bienen: «Doch auf dem Land könnte es in den nächsten Jahren, wenn viele ältere Imker aufhören, schon Potenzial haben.»

Zwei Tage pro Woche bei den Bienen

Am meisten zu tun gebe es zwischen April und Juni. Dann verbringt Riechsteiner etwa zwei Tage pro Woche bei seinen Bienen. «Und zwar bei schönem Wetter, nicht dann, wenn es gut in die Agenda passen würde», lacht er. Das gehe nur, weil er sich als selbstständiger Gärtner die Arbeitszeit flexibel einteilen könne. Aktuell müsse er die nächste Saison planen. Riechsteiner bereitet die Magazine vor und produziert Mittelwände. Weiter füllt er Honig ab und kümmert sich um den Verkauf.

«Dieses Jahr war kein gutes Honigjahr. Der Blütenhonig ging noch, aber dann gabs einen Kälteeinbruch im Juni, der war nicht gut für den Waldhonig», erklärt Riechsteiner. In einem schlechten Jahr kann er pro Volk bis zu 10 Kilo Honig, in einem guten sogar bis zu 50 Kilo Honig ernten. Eine Website hat er nicht: «Es läuft auch ohne gut. Regionale Produkte sind sehr gefragt.»

Natalie Ehrenzweig

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.