LUZERN: Stadtrat will keinen Durchgangsverkehr mehr

Bis 2035 will der Stadtrat eine Innenstadt ohne Durchgangsverkehr erreichen. Dieses und weitere Ziele hat die Stadt am Dienstag veröffentlicht. Vorallem die Klima-, Wirtschafts- und Mobilitätspolitik soll sich bis 2025 erheblich verbessern.

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Der Stadtrat plant für Luzern bis 2035. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Der Stadtrat plant für Luzern bis 2035. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Die Stadt Luzern entwickle sich wirtschaftlich unterdurchschnittlich, sagte Stadtpräsident Stefan Roth am Dienstag an einer Medienorientierung. Die Branchenstruktur sei unvorteilhaft, der Anteil an wertschöpfungsschwachen Firmen gross.

Luzern zählt heute rund 5000 vor allem kleine und mittlere Unternehmen. Nur 20 Betriebe zählen mehr als 250 Mitarbeiter. 3,1 Prozent aller Arbeitsplätze befinden sich in der wertschöpfungsintensiven Industrie. 10 Unternehmen kommen für 45,5 Prozent aller Firmensteuern auf.

Kreative Firmen

Der Stadtrat will künftig vor allem finanzkräftige Firmen anlocken, insbesondere Unternehmen aus kreativen Bereichen wie etwa Design und Informationstechnologie. Weil es an freien Flächen für diese Firmen fehlt, will der Stadtrat im Ortsteil Littau selber Grundstücke erwerben.

Weiter setzt sich die Stadtregierung zum Ziel, Luzern bis 2035 weitgehend vom Durchgangsverkehr zu befreien. Autofahrer sollen die Stadt umfahren. Innerstadtlich sollen der öffentliche Verkehr sowie Fussgänger und Velofahrer von Fördermassnahmen profitieren.

Stadtrat setzt auf Tiefbahnhof

Der notwendige motorisierte Individualverkehr solle "gesichert" und nicht abgewürgt werden, sagte Stadtrat Adrian Borgula. Eine Sperrung etwa der Seebrücke komme nicht in Frage. Für den S-Bahn-Ausbau setzt der Stadtrat weiter auf die Realisierung eines Durchgangs-Tiefbahnhofs.

Atomausstieg bis 2025

Auch festhalten will die Stadtregierung am Ziel, den Energieverbrauch pro Kopf von heute 5000 Watt auf 2000 Watt zu drosseln. Daneben soll Luzern ab 2025 komplett auf Atomenergie verzichten. 2012 lag der Anteil der Kernenergie beim städtischen Verbrauch bei 47,4 Prozent.

Als viertes Ziel will sich die Stadtregierung für mehr günstigen Wohnraum einsetzen, wie die zuständige Stadträtin Manuela Jost erklärte. Konkrete Massnahmen legt die Stadtregierung in seiner Fünfjahresplanung sowie in den jährlichen Budgets fest.

Vom bisherigen Hauptziel einer starken Stadtregion durch die Fusion mit umliegenden Gemeinden ist die Stadtregierung nicht komplett abgerückt. Doch das Ziel geniesst keine Priorität mehr, wie Stadtpräsident Stefan Roth sagte. 2011 lehnte das Volk in den Agglomerationsgemeinden Kriens, Ebikon, Emmen und Adligenswil Fusionsverhandlungen mit Luzern ab.

pd/rlw/sda