LUZERN: Stämmer verzichtet auf erneute Kandidatur

SP-Stadträtin Ursula Stämmer wird zu den städtischen Wahlen im kommenden Jahr nicht mehr kandidieren. Die SP hat für die Nachfolge bereits mehrere Kandidaten im Visier.

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SP-Stadträtin Ursula Stämmer hat ihren Verzicht auf eine Kandidatur bei den Wahlen imkommenden Jahr bekanntgegeben. (Archivbild Philipp Schmidli)

SP-Stadträtin Ursula Stämmer hat ihren Verzicht auf eine Kandidatur bei den Wahlen imkommenden Jahr bekanntgegeben. (Archivbild Philipp Schmidli)

Abgezeichnet hat es sich schon länger, seit Freitagabend ist es definitiv: SP-Stadträtin Ursula Stämmer wird 2016 nicht mehr für eine weitere Amtszeit kandidieren. Das hat sie an der Generalversammlung der SP Stadt Luzern bekannt gegeben.

Amtsältestes Stadtratsmitglied

Die heute 56-jährige Ursula Stämm ist mit Abstand das amtsälteste Mitglied des Luzerner Stadtrats. Die ausgebildete Krankenschwester wurde 2000 für die SP in die Exekutive gewählt, als Nachfolgerin des SP-Stadtrats Werner Schnieper. Zuvor war sie während mehrerer Jahre Parteisekretärin der SP des Kantons Luzern und Luzerner Grossrätin. Bis 2010 war sie im Stadtrat für die Bereiche Sicherheit und Umwelt verantwortlich. «Sicherheit ist nicht nur Abwesenheit von Gewalt, sondern auch soziale Sicherheit», fasste Ursula Stämmer gestern ihr Credo zu Beginn ihrer Amtszeit zusammen.

2010 kam in Stämmers Departement noch der Bereich Verkehr dazu – was für sie Neuland war. Und mit der Umverkehr-Initiative stand gleich eine heisse politische Kontroverse an. «Es ist mir gelungen, innert weniger Monate einen Gegenvorschlag auszuarbeiten und diesen an der Urne durchzubringen», erinnert sich Stämmer.

Sie scheiterte bei der Wahl zur Stadtpräsidentin

Einen Rückschlag musste Ursula Stämmer 2012 verkraften, als sie Stadtpräsidentin werden wollte. Sie unterlag klar gegen Stefan Roth (CVP), was für sie eine grosse persönliche Enttäuschung darstellte.

Die städtischen Wahlen 2012 stellten generell eine Zäsur dar für den Luzerner Stadtrat. Es zogen mehrere neue Mitglieder in den Stadtrat ein – die Karten wurden auch bei den Departementen neu gemischt. Die Direktion Umwelt, Verkehr und Sicherheit ging an den neu gewählten grünen Stadtrat Adrian Borgula. Ursula Stämmer übernahm die Bildungsdirektion, zu der auch die Bereiche Kultur und Sport gehören. «Früher war ich immer die Jüngste und die einzige Frau. 2012 war ich plötzlich die Älteste und nicht mehr die einzige Frau», erinnert sich Stämmer an die Zeit nach der Neukonstituierung des Stadtrats.

Im Januar 2016 wird nominiert

Wer bei den städtischen Wahlen 2016 für die SP antritt, ist noch unklar. Laut SP-Präsident Claudio Soldati hat man bereits mit mehreren Kandidaten Gespräche geführt. Die Partei hat gestern eine Wahlgruppe eingesetzt, um einen Kandidaten oder eine Kandidatin als Nachfolger für Ursula Stämmer zu definieren. Die Nomination soll Ende Januar 2016 stattfinden.

Robert Knobel