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LUZERN: Stefan Roth kehrt dem Stadtrat den Rücken

Noch-Stadtpräsident Stefan Roth will sein Exekutivamt ganz niederlegen: In der Politszene haben sich diese Gerüchte verdichtet. Heute will Roth informieren.
Thomas Heer
«Ich mache mir Gedanken darüber.» Stefan Roth, Luzerner Stadtpräsident, zum Thema Rücktritt. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

«Ich mache mir Gedanken darüber.» Stefan Roth, Luzerner Stadtpräsident, zum Thema Rücktritt. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Thomas Heer

Wer sich in den letzten Tagen mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadtluzerner Politik unterhielt, bekam immer wieder eins zu hören: Stadtpräsident Stefan Roth spiele mit dem Gedanken, sein Amt niederzulegen. Bis Ende Monat amtet der CVP-Vertreter noch als Stadtpräsident. Danach hätte er die Möglichkeit, als Stadtrat weiterhin in der Stadtregierung mitzuwirken.

Ob Roth am 1. September aber noch Stadtrat und Finanzdirektor sein wird, das muss als unwahrscheinlich betrachtet werden. Und wenn doch, dann stellt sich die Frage, wie lange der CVP-Politiker noch im Amt bleiben wird. Unsere Zeitung konfrontierte Roth gestern mit den Recherchen. Auf die Frage, ob er einen Rücktritt ins Auge fasse, antwortete der 55-Jährige: «Ich mache mir Gedanken darüber.» Und weiter sagt Roth sinngemäss, dass er die Öffentlichkeit heute in diesem Zusammenhang informieren werde.

Es muss also mit höchster Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass Roth die Öffentlichkeit heute darüber in Kenntnis setzt, wann und weshalb er sein Amt niederlegen wird.

Grosse Niederlage bei den Wahlen

Welches die ausschlaggebenden Gründe sind, dass sich Roth seit längerem in Gedanken und im Austausch mit seinen Nächsten mit einem Rücktritt auseinandersetzt, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. Fakt ist: Das Politjahr 2016 verlief für den CVP-Vertreter alles andere als optimal. Beim ersten Durchgang der Stadtratswahl verpasste Roth als amtierender Stadtpräsident das absolute Mehr von 9888 klar um 1168 Stimmen. Er zog folgendes Fazit: «Es war ein intensiver Wahlkampf. Aber das Resultat ist klar unbefriedigend.» Beim zweiten Wahlgang am 5. Juni schaffte Roth zwar den Einzug in den Stadtrat. Im Kampf ums Präsidium unterlag er aber SP-Vertreter Beat Züsli indes klar. Dieser erzielte 12 650 Stimmen, Roth erhielt 9388. Bereits im Frühling 2015 musste Stefan Roth eine Enttäuschung wegstecken. Bei den Kantonsratswahlen schaffte er die Wiederwahl nur ganz knapp, er distanzierte seinen Parteikollegen Ferdinand Zehnder um lediglich 16 Stimmen.

«Das Amt mit Freude angehen»

Trotzdem betonte Roth nach den Luzerner Stadtratswahlen, dass er Finanzdirektor bleiben wolle, auch wenn er die Wahl ins Präsidium verpasst hatte. Im Interview mit unserer Zeitung sagte er nach dem zweiten Wahlgang am 5. Juni: «Als Politiker weiss man, dass man sich auch mit solchen Situationen auseinandersetzen muss. Zumal ich nach dem ersten Wahlgang wusste, dass es knapp werden wird.» Und er betonte weiter: «Ich werde das Stadtratsamt mit Freude angehen. Ich werte meine Wiederwahl als Stadtrat als Zeichen für meine gute Arbeit im Stadtrat.»

Auf die Zusammenarbeit mit dem frisch gewählten Stadtpräsidenten Züsli angesprochen erklärte Roth: «Wir werden sicher professionell damit umgehen. Die Bürgerinnen und Bürger haben schliesslich entschieden. Wie die Zusammenarbeit genau sein wird, wird sich zeigen.»

Züsli: «Konstruktiv arbeiten»

Auch Züsli äusserte sich in unserer Zeitung zu Roths Niederlage: «Alle vier Jahre sind Wahlen. Damit muss man umgehen können.» Auch er müsse damit rechnen, dass in vier Jahren jemand gegen ihn antreten könnte. «Man hat kein Recht auf einen geschützten Arbeitsplatz im Stadtrat. Wir alle sind in der Pflicht, konstruktiv zusammenzuarbeiten.» Auf die neue Konstellation im Stadtrat angesprochen sagte Züsli im Interview: «Ich möchte sicher von ihm hören, wie er seine künftige Position im Stadtrat sieht. Wir zwei waren Konkurrenten, aber wir beide haben einen sehr fairen Wahlkampf geführt. Unsere Zusammenarbeit ist also nicht unmöglich.» Im zweiten Wahlgang spannte die CVP mit der SVP zusammen und griff so auch die GLP-Kandidatin Manuela Jost an. Diese Strategie sorgte unter den Wählern für Unverständnis.

Nach Roths Rücktritt sind erneut Stadtratswahlen nötig.

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