Vorstoss abgelehnt: Luzerner Regierung ist gegen eine Stiftung für die Museen

Die Sammlungen des Natur- und des Historischen Museums in Luzern sollen nicht in eine Stiftung ausgelagert werden. Die Regierung lehnt ein entsprechendes SVP-Postulat ab.

Stefan Dähler
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Volkskundler und Mythenforscher Kurt Lussi im Historischen Museum in Luzern. (Bild: Dominik Wunderli, 27. Oktober 2016)

Volkskundler und Mythenforscher Kurt Lussi im Historischen Museum in Luzern. (Bild: Dominik Wunderli, 27. Oktober 2016)

Mit der Zusammenlegung des Natur- und des Historischen Museums Luzern will die Regierung pro Jahr rund 800'000 Franken einsparen (wir berichteten). SVP-Kantonsrätin Barbara Lang (Hellbühl) macht sich deswegen Sorgen um die Sammlungen der Museen. Es bestehe die Gefahr, dass diese «entrümpelt» werden, schrieb sie in einem Postulat. Darin schlug Lang vor, die Sammlungen in eine öffentlich-rechtliche Stiftung auszulagern. Eine solche könnte – im Gegensatz zum Kanton – auch Spendengelder sammeln. Das Museum selbst sollte dagegen weiterhin vom Kanton geführt werden.

Der Regierungsrat lehnt das Postulat ab, wie er nun mitteilt. Die Sammlungen seien in ihrem Bestand nicht gefährdet. Diese würden auch im neuen «Luzerner Museum für Natur und Gesellschaft» eine zentrale Rolle spielen. «Es ist deshalb sinnvoll, wenn sich das geplante Museum und seine Sammlungen unter einem organisatorischen Dach und unter einer Leitung befinden», schreibt die Regierung. Die Mitarbeiter sollen «jederzeit, uneingeschränkt und ohne Rechtfertigung» Zugriff auf die Objekte der Sammlungen haben.

Einige Objekte werden wohl aussortiert

Dass einige Objekte aussortiert werden, sei jedoch nicht auszuschliessen, so der Regierungsrat. Von einer «Entrümpelung» könne zwar keine Rede sein. Es wäre jedoch «sinnvoll», die Sammlungen zu überprüfen und «allenfalls nicht mehr relevante Objekte aus dem Inventar zu nehmen». Derzeit umfasst die Sammlung des Natur-Museums rund 1,5 Millionen Objekte, jene des Historischen Museums zirka 30'000. Das neue Museumskonzept sehe übrigens vor, dass es im neuen Sammlungszentrum auch Führungen geben könne.

Weiter argumentiert der Luzerner Regierungsrat, dass kaum «massgebliche private Mittel» zu erwarten wären. Der Kanton müsste weiterhin den Erhalt der Sammlungen finanzieren. Zudem bestehe schon heute die Möglichkeit, für bestimmte Projekte oder Ausstellungen Drittmittel zu verwenden. Eine Türe lässt die Regierung aber offen: Sollte sich abzeichnen, dass Private gewillt sind, grosse Summen für das neue Museum bereitzustellen, würde sie die Einrichtung einer Stiftung für das neue Museum inklusive Sammlung prüfen.

Wo dieses Museum dereinst stehen soll, ist noch nicht entschieden. In einer Anfrage wollte Lang daher wissen, was aus der ursprünglich geplanten Sanierung des Natur-Museums-Gebäudes wird. Wie die Regierung nun schreibt, ist aufgrund der Zusammenlegung ein neues Projekt nötig. Für die Erarbeitung des ursprünglichen Sanierungsprojekts wurden 519'000 Franken aufgewendet. Was aus dem Gebäude wird, wenn das Museum wegzieht, ist ebenfalls offen.

Luzern: Das neue Museum wird nur noch halb so gross

Geht es nach dem Willen der Luzerner Regierung, werden das Historische Museum und das Natur-Museum bald Geschichte sein. Mit einem viel kleineren Museum soll das Angebot neu ausgerichtet - und viel Geld gespart werden.
Robert Knobel