LUZERN: Stimmvolk stellt Weichen für die Zukunft der ZHB

Nach langer Kontroverse stimmen die Stadtluzerner am 28. September über die Zukunft der Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB) ab. Sie entscheiden, ob die ZHB planungsrechtlich vor einem Abbruch geschützt werden soll oder ob sie durch einen Neubau ersetzt werden darf.

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Lesesaal der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Lesesaal der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Das ZHB-Gebäude beim Vögeligärtli wurde vom Luzerner Architekten Otto Dreyer entworfen und 1951 gebaut. Knapp 60 Jahre später segnete der Luzerner Kantonsrat eine längst überfällige Sanierung des Gebäudes ab. Doch soweit ist es gar nie gekommen: Im Februar 2011 folgte ein abrupter Abbruch der Bauvorbereitungen.

Und zwar, weil ein kantonsrätlicher Beschluss Einsparungen im Immobilienbereich und damit auch die Verschiebung des bereits begonnenen ZHB-Bauprojekts verlangte.

Doch auch bei der Sistierung des Projekts blieb es nicht: Das Kantonsparlament nahm im November 2012 - entgegen der Empfehlung der Regierung - eine Motion an, die den Abriss des Gebäudes, welches als bedeutender öffentlicher Profanbau der Spätmoderne gilt, forderte. Stattdessen sollte dort ein Neubau entstehen mit Platz für das Kantonsgericht und die ZHB.

Grosser Widerstand

In der Stadt formierte sich grossen Widerstand gegen die Neubaupläne. Ein Neubau mit Bibliothek und Gericht wäre bedeutend grösser als die heutige ZHB, sodass der Zonenplan angepasst werden müsste. Für viele, auch für den Stadtrat, wäre ein solch grosser Bau beim Vögeligärtli "eine städtebauliche Sünde".

Anfang Januar 2013 kam neue Bewegung in die Angelegenheit: Der ZHB-Standort wurde unter Denkmalschutz gestellt. Dagegen legten die kantonale Dienststelle Immobilien sowie Kantonsräte Beschwerden ein. Das Verfahren der Unterschutzstellung ist seit über einem Jahr sistiert.

Im Juni 2013 beschloss das Parlament, die Planungsvorlage an den Regierungsrat zurückzuweisen. Es verlangte eine Neuauflage - in der Hoffnung, dass bei einer Überarbeitung ein günstigeres Projekt resultiert und der Widerstand gegen einen ZHB-Abriss abgebaut werden kann.

Im September 2013 reichten die Grünen der Stadt Luzern dann die Initiative "zur Rettung der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern (ZHB)" ein. Mit der Initiative, über die das Stimmvolk nun abstimmt, soll der Abbruch der ZHB planungsrechtlich verunmöglicht und erreicht werden, dass die vor drei Jahren beschlossene Sanierung der ZHB zügig wieder aufgenommen und vorangetrieben wird. (sda)