LUZERN: Stromproduzent EWL setzt auf Wohnungen

Auf dem Areal der EWL an der Industriestrasse werden fast alle Gebäude abgerissen. An ihrer Stelle entsteht eine Wohnüberbauung mitsamt Feuerwehrdepot.

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Blick aus dem EWL-Gebäude an der Industriestrasse 6 auf das dahinterliegende Areal, wo eine neue Überbauung entstehen soll. Das rote Haus soll als einziges stehen bleiben. (Bild Dominik Wunderli)

Blick aus dem EWL-Gebäude an der Industriestrasse 6 auf das dahinterliegende Areal, wo eine neue Überbauung entstehen soll. Das rote Haus soll als einziges stehen bleiben. (Bild Dominik Wunderli)

Sarah Weissmann

21 500 Quadratmeter misst das Areal der Energie Wasser Luzern (EWL) an der Industriestrasse. Hier wollen die EWL nun alle bestehenden Gebäude abreissen und neu bauen. Den bisher eingemieteten Unternehmen wie dem städtischen Tiefbauamt oder dem Geoinformationszentrum werden neue ­Räume zur Verfügung gestellt. Die Feuerwehr der Stadt Luzern sowie die Zivilschutzorganisation Pilatus sollen auf dem Areal neu integriert werden. Zudem sind zirka 160 Wohnungen und zusätzliche Büroräume geplant. Die EWL werden ihren Sitz am heutigen Standort beibehalten, bezieht aber ebenfalls neue Gebäude.

Vorteil für die Feuerwehr

«Durch die neue Bau- und Zonenordnung haben wir auf unserem Areal eine Riesenchance», sagt Stephan ­Marty, Vorsitzender der EWL-Geschäftsleitung. Der Bereich galt bisher als reine Arbeitszone; mit der neuen Zonenordnung wurde er zur gemischten Wohn- und Arbeitszone.

Einen grossen Vorteil sieht Marty für die Feuerwehr der Stadt Luzern. «Sie muss ohnehin einen neuen Standort finden und das dringend. Das EWL-Areal ist optimal, da es zentral liegt.» Das sei ausschlaggebend für einen ­neuen Stützpunkt, erklärt Feuerwehrkommandant Theo Honermann. «Seit Jahren laufen Vorabklärungen für einen geeigneten Standort. Es wurden auch weitere Optionen geprüft, die sich aber alle als ungeeignet herausstellten.» Am Schluss gab es laut Honermann nur noch die Optionen eines Neubaus auf dem EWL-Areal oder eines Umbaus in der Kleinmattstrasse. «Strategisch haben wir an der Kleinmattstrasse einen guten Standort. Allerdings hätte uns der Umbau zu einem Provisorium in Millionenhöhe gezwungen. Das wäre nicht nachhaltig gewesen.» Zudem sei der Standort an der Kleinmattstrasse nur bedingt geeignet für die Arbeit der Feuerwehr. «Wir haben heute keinen Aussenbereich, um beispielsweise Übungen durchzuführen.» Und wenn man mit den Fahrzeugen aus der Halle fahre, stehe man direkt auf der Strasse, was sicherheitstechnisch nicht ideal sei.

Hinzu kommt: Bis jetzt wird das Löschpikett von der Luzerner Polizei wahrgenommen. Ab 2016 soll dies die Feuerwehr übernehmen. «Wir sind dann eine Feuerwache, und diese wird rund um die Uhr besetzt sein.» Dafür seien heute weder die Schlafmöglichkeiten noch die Sanitäranlagen geeignet. «Das EWL-Areal ist nur einen Steinwurf vom aktuellen Feuerwehrstützpunkt entfernt, und wir sind sehr zufrieden, dass wir diesen Wechsel vollziehen dürfen», sagt Honermann.

«Win-win-Situation»

«Sowohl die EWL als auch die Feuerwehr und der Zivilschutz haben einen grossen Fahrzeugpark. Mit dem Neubau benötigen wir dann nur noch einen Waschplatz», so Honermann. Das sei eine «Win-win-Situation». Was nach dem Umzug mit dem Gebäude an der Kleinmatt­strasse passiert, kann Honermann nicht sagen. «Das Dossier dafür liegt bei der Baudirektion. Die Stadt wird zu gegebener Zeit entscheiden, wie man das in Zukunft nutzen wird.» Ob der Feuerwehrstützpunkt auf dem Areal der EWL realisiert wird, muss aber noch auf politischer Ebene entscheiden werden.

Ein Gebäude wird neben all den Neubauten aber bestehen bleiben: ein kleines, rotes Haus, das mitten auf dem Areal steht. «Die ehemalige Wassergasspaltanlage ist aus dem Jahr 1929 und hat etwas Historisches», sagt Marty. Er bezeichnet das Haus gar als «Zeugen der Technikgeschichte». Wie das Gebäude einst genutzt wird, sei noch offen. Doch könne er sich eine kulturelle Nutzung sehr gut vorstellen. «Das ist aber nur eine Idee. Es wird sich zeigen, wofür das Gebäude genutzt werden kann.»

Spatenstich frühestens 2017

Bis zur Realisierung gibt es noch einige Etappen zu überwinden. Zurzeit wird für das Grossprojekt eine Machbarkeitsstudie angelegt. Im nächsten Schritt ist ein detailliertes Raumkonzept sowie eine städtebauliche, architektonische Planung nötig. Es wird laut Marty einen Architekturwettbewerb geben. «Noch in diesem Jahr sollen all diese Planungen abgeschlossen werden», sagt Marty.

Die Investitionen für das Projekt belaufen sich laut Marty auf rund 200 Millionen Franken, die durch Investoren getragen werden sollen. Realisieren sollen das Bauvorhaben Dritte. «Die EWL bleibt Eigentümerin des Grundstückes und wird mit den Investoren einen Baurechtsvertrag abschliessen.» Wenn alles nach Plan läuft, wird es frühestens im Jahr 2017 zum Spatenstich kommen. Der Bau wird voraussichtlich fünf Jahre dauern.

Das EWL-Areal (rot schraffiert) mit den heutigen Gebäuden. (Bild: Grafik: web)

Das EWL-Areal (rot schraffiert) mit den heutigen Gebäuden. (Bild: Grafik: web)