LUZERN: Sturz überschattet die Fasnacht

Ein Fasnächtler ist in der Nacht auf gestern in Luzern aus einem Fenster gestürzt. Laut einem Augenzeugen sprang er selbst – zweimal.

Stefan Dähler
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Das Restaurant Pfistern Unter der Egg. Hier ereignete sich der Unfall. (Bild: Archiv Neue LZ)

Das Restaurant Pfistern Unter der Egg. Hier ereignete sich der Unfall. (Bild: Archiv Neue LZ)

Stefan Dähler

Rund 7000 Personen haben in der Nacht auf gestern in der Luzerner Altstadt gefeiert, die Stimmung sei «ausgelassen» gewesen, teilt die Luzerner Polizei mit. Allerdings ereignete sich auch ein tragischer Vorfall. Um 1.30 Uhr stürzte ein Mann vom Balkon des Restaurants Pfistern Unter der Egg rund sieben Meter in die Tiefe. Dabei verletzte er sich schwer.

«Es ging alles sehr schnell»

Wie es zum Sturz kam, wird von der Polizei noch abgeklärt. Noch unklar sei, ob Alkohol oder Drogen im Spiel waren, sagt Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei, auf Anfrage. Ein Augenzeuge, der anonym bleiben will, schildert den Vorfall so: «Er kam rein und ging in den zweiten Stock. Dort schrie er herum, dass er verfolgt werde.» Der Mann sei offensichtlich verwirrt gewesen. Einige Gäste hätten vergeblich versucht, ihn zu beruhigen. «Auf einmal sprang er auf die Festbänke und von dort aus dem Fenster. Es ging alles sehr schnell, man konnte ihn nicht aufhalten.» Die Fenster seien geöffnet gewesen, weil es im Raum sehr warm war.

Zuerst auf Sonnenschutz gelandet

Vom zweiten Stock stürzte der Mann rund sechs Meter tief auf den Sonnenschutz des Balkons des ersten Stocks. «Dann begab er sich auf den Balkon und sprang erneut», sagt der Gast. Der Krankenwagen sei dann sehr schnell eingetroffen. «Das hat sehr gut funktioniert. Auch die Polizei hat rasch gehandelt.» Die Identität des Mannes ist unbekannt, die Polizei konnte ihn noch nicht vernehmen. Genaue Informationen über seinen Gesundheitszustand hat sie nicht. Das Luzerner Kantonsspital macht keine Angaben.

Ebenfalls um 1.30 Uhr in der Nacht auf gestern zündete ein Mann auf dem Mühlenplatz einen Knallkörper. Er befand sich unter den Zuschauern, als dort gerade eine Guuggenmusig spielte. Aufgrund des lauten Knalls mussten danach vier Personen wegen Ohrensausen oder Kopfschmerzen von einem Arzt behandelt werden, schreibt die Luzerner Polizei. Sie hat den Verursacher, einen 31-jährigen Schweizer, vorübergehend in Haft genommen und angezeigt.

Ein weiterer Vorfall ereignete sich bereits am Dienstagabend: Ein VBL-Bus prallte beim Schwanenplatz in die Abschrankung, die für die TV-Übertragung der Fasnacht aufgestellt worden war (Ausgabe vom Donnerstag). Dabei sei der Bus nur knapp an zwei Fussgängern vorbeigefahren, die gerade von der Usgüüglete kamen, wie einer der Passanten gegenüber unserer Zeitung sagt. Der Polizei ist dieser Umstand nicht bekannt. Die Securitas, die am Schwanenplatz den Verkehr regelt, hat keinen entsprechenden Vorfall rapportiert. Weitere Informationen zum Unfall oder zum Gesundheitszustand des Buschauffeurs gibt die Polizei nicht bekannt. Die VBL will sich generell dazu nicht äussern.

Sonst verlaufe die Fasnacht bisher «relativ ruhig», sagt Caroline Kälin, Mediensprecherin des Luzerner Kantonsspitals. «Wir hatten seit Fasnachtsbeginn elf Einsätze. Sechs davon wegen übermässigem Alkoholkonsum, fünf wegen Unfällen.» Abgesehen vom Sturz Unter der Egg seien dies alles leichte Fälle gewesen. Die Zahl der Einsätze bewege sich im Rahmen des Vorjahres. 2015 waren es bis Freitagabend 13 Einsätze, über die gesamte Fasnachtszeit 35.

Gefährliche Scherben am Boden

Auch bei der Permanence-Praxis am Bahnhof sei es ruhig geblieben. Allerdings ist die Praxis unter der Woche nachts jeweils zwischen 23 und 7 Uhr geschlossen. «Es gab nur Kleinigkeiten, ein paar Schnittwunden und einige Leute, die zu viel Alkohol getrunken haben», sagt Eliane Keiser, Mitglied des Praxismanagements. Sie hat aber folgendes Anliegen: «Die Leute sollen kein Glas auf den Boden schmeissen. Stürzt jemand, fällt er in die Scherben und verletzt sich.»