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LUZERN SÜD: Entwicklung von Luzern Süd: eine gemeinsame Identität gibt es nicht gratis

Redaktor Stefan Dähler analysiert die Entwicklung von Luzern Süd – das Gebiet zwischen den Gemeinden Kriens und Horw sowie der Stadt Luzern.
Stefan Dähler
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Die Zahlen sind eindrücklich. In Luzern Süd– ein Gebiet zwischen den Gemeinden Kriens und Horw sowie der Stadt Luzern – entstehen in den nächsten 20 Jahren 10 000 bis 15 000 neue Wohn- und Arbeitsplätze. Nur fehlt eine gemeinsame Identität. «Man redet und schreibt viel zu wenig darüber, was hier eigentlich als Ganzes passiert und was für ein Lebensraum das ist», sagte Thomas Glatthard, Gebietsmanager des Gemeindeverbands Luzern Süd, an einer Medienkonferenz (Ausgabe vom Donnerstag).

Um der Bevölkerung den Wandel bewusst zu machen, haben die beteiligten Gemeinden sowie Investoren eine Informationsoffensive gestartet. Nach dem Motto: Bevor die gemeinsame Identität entstehen kann, müssen die Leute zuerst wissen, dass dieses Gebiet eine Einheit darstellen soll.

Aber ist dieses Ziel überhaupt realistisch? Man muss unterscheiden. Es gibt in Luzern Süd Projekte, die sich bereits in Zentren befinden und sich daher innerhalb der Gemeinde orientieren und integrieren werden – zum Beispiel Horw Mitte. Dieses ist eher mit dem Krienser Zentrumsprojekt vergleichbar, welches auch nicht unter dem Label Luzern Süd läuft. Ebenfalls etwas abseits liegt Eichhof West.

Potenzial für eine gemeinsame Identität besteht bei den Arealen Nidfeld, Südpol, Schweighof oder Mattenhof. Die Projekte liegen nah beieinander und sind vergleichbar: Es sollen wenig Parkplätze gebaut werden und daher viele Leute mit dem Velo, ÖV oder zu Fuss unterwegs sein. Zudem wird ein Mix zwischen Wohnen und Arbeiten angestrebt. Auch Einkaufsläden und Restaurants soll es geben. Das Zentrum müsste aufgrund des Bahnhofs der Mattenhof sein. Tatsächlich sind auf diesem Areal auch öffentliche Plätze geplant. Und die ebenfalls dort geplante Saalsporthalle soll künftig auch Vereinen offenstehen.

Doch für die Entwicklung einer Identität braucht es noch mehr Bemühungen. Denn die einzelnen Bauprojekte sind teils eher als abgeschlossene Einheiten denn als Teile eines grossen Ganzen geplant. Die Nidfeld-Überbauung etwa soll so konzipiert werden, dass die Umgebung ausgeblendet wird. Die Siedlung wird also nach innen ausgerichtet sein (Ausgabe vom 27. Oktober 2016). Umso wichtiger sind attraktive Verbindungswege zwischen den Überbauungen. So soll auf der Nidfeldstrasse zwischen Südpol und Mattenhof eine «Südallee» entstehen – eine Art Boulevard mit Spuren für Autos, Busse und Velo­s (wir berichteten).

Zentral wäre zudem ein eigenes Schulhaus Luzern Süd (über den Namen kann man noch reden). Es würde für kurze Schulwege sorgen, es entstünden Spielmöglichkeiten sowie Aussensportanlagen für Kinder und Räume für Vereinstätigkeiten. Für den Aufbau einer gemeinschaftlichen Struktur wären auch Quartierbüros, wie sie bereits in der Stadt Luzern existieren, oder eine Jugendanimation denkbar.

Die Gemeinden werden daher nicht darum herumkommen, in Luzern Süd kräftig zu investieren, denn eine gemeinsame Identität gibt es nicht gratis. Investoren können zwar einen Beitrag leisten. So beteiligt sich die Mobimo am Ausbau des Bahnhofs Mattenhof. Ausserdem haben die Behörden das Ziel, dass die Bauherren in ihren Projekten auch Kulturräume und Spielplätze realisieren. Diese sind zwar nicht rentabel, aber nötig, wenn keine «Schlafstädte» entstehen sollen. Dass sich Private an Schulhäusern oder der Quartierarbeit beteiligen, ist jedoch kaum denkbar.

Doch ganz so einfach geht das nicht. Die Gemeinde Kriens, in der sich das Kerngebiet von Luzern Süd befindet, ist finanziell nicht auf Rosen gebettet. Der Bau eines neuen Schulhauses ist in der Krienser Schulraumplanung daher nicht vor­-gesehen. Stattdessen werden die Anlagen Roggern oder Kuonimatt ausgebaut (Ausgabe vom 1. Juni 2016).

Die Lösung liegt wohl eher in einer Kooperation zwischen Kriens, Horw und Luzern. Der Bau des «Velo-Highways» auf dem ehemaligen Zentralbahn-Trassee hat jedoch gezeigt: Wenn es ums Geld geht, hält sich die Solidarität in Grenzen. Das Projekt wurde schliesslich ohne finanzielle Beteiligung der Gemeinde Horw realisiert (wir berichteten). Auch künftig sind harzige Verhandlungen zu erwarten, zumal Kriens und Horw bereits viel in ihre eigenen Zentrumsprojekte investieren. Auf dem Weg zu einem echten Lebensraum Luzern Süd ist daher viel Ausdauer gefragt.

Stefan Dähler

stv. Leiter Ressort Stadt/Region

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

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