LUZERN: Suva hat mit beruflicher Reintegration 30 Millionen Franken gespart

Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) hat über ihre Initiative Berufliche Reintegration von Verunfallten in den letzten fünf Jahren 30 Millionen Franken an Rentenzahlungen eingespart. Sie hat 180 Verunfallten eine neue berufliche Perspektive ermöglichen können.

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Der Suva-Hauptsitz in Luzern. (Bild: Archiv Neue LZ)

Der Suva-Hauptsitz in Luzern. (Bild: Archiv Neue LZ)

Die Suva hat in der am Mittwoch veröffentlichten Publikation «Soziale Sicherheit» zum Thema Entlastung der sozialen Sicherung des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) erstmals Bilanz über ihre Initiative Berufliche Reintegration gezogen. Dies sagte Suva-Sprecherin Gabriela Hübscher auf Anfrage der sda.
 
Statistisch gesehen ereignen sich jede Stunde über 50 Unfälle, auf das Jahr hochgerechnet sind es rund 460'000. Oberstes Ziel ist es, dass verunfallte Arbeitnehmende wenn immer möglich an den alten Arbeitsplatz zurückkehren.
 
Eine Art Stellenvermittlung
 
Mit der Initiative Berufliche Reintegration unterstützt die Suva Verunfallte, die nicht an ihren bisherigen Arbeitsplatz zurückkehren können und die keine Leistungen für beruflichen Massnahmen von der Invalidenversicherung erhalten.
 
Bei der Initiative handelt es sich vereinfacht ausgerückt um eine Art Stellenvermittlung durch die Suva. Sie sucht dazu Unternehmen, die eine verunfallte Person drei bis zwölf Monate lang einarbeitet oder während sechs bis 24 Monaten ausbildet, danach fest anstellt oder die Anstellung in einem anderen Betrieb fördert.
 
Auf diese Weise konnte die Suva seit 2011 180 verunfallte Menschen wieder ins Erwerbsleben eingliedern. Davon absolvierten 55 eine neue Ausbildung, und 125 Menschen wurden in eine neue Tätigkeit eingearbeitet.

Suva zahlt indirekt den Lohn

Während der Einarbeitungs- oder Ausbildungszeit unterstützt die Suva den Arbeitgeber, indem sie Taggeldleistungen des Verunfallten weiter zahlt. So muss der Arbeitgeber dem Verunfallten keinen Lohn ausrichten: Dazu übernimmt die Suva die notwendigen betrieblichen Eingliederungsmassnahmen wie Arbeitsplatzanpassungen oder Kurse. Nach Abschluss der Massnahme zahlt sie zudem ein Honorar von maximal 10'000 Franken, je nach Aufwand und Erfolg.
 
Die Finanzierung der Initiative erfolgt mit Prämiengeldern. Deshalb können davon lediglich Verunfallte profitieren, bei denen die Eingliederungsmassnahmen eine Rentenverminderung von mindestens zehn Prozent bewirken und die mit einer geringeren Erwerbseinbusse rechnen müssen.
 
2015 hat die Suva ein weiteres, ähnlich gelagertes Anreizsystem für Betriebe ins Leben gerufen, die ihre über 50-jährigen Verunfallten Mitarbeitenden in eine neue Tätigkeit einarbeiten. Die Unternehmen erhalten bei erfolgreichem Abschluss der Massnahme ebenfalls eine Entschädigung.

sda