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LUZERN: SVP-Führung wirft ihren Sekretär raus

Richard Koller kämpft mit einer eigenen Initiative gegen die Zuwanderung. Damit konkurrenziere er ein ähnliches Anliegen der SVP, sagt die Spitze der Kantonalpartei – und entlässt ihren Sekretär. Als Ortsparteipräsident macht der Geschasste weiter.
Roseline Troxler
Richard Koller (56) aus Neudorf. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 3. März 2017))

Richard Koller (56) aus Neudorf. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 3. März 2017))

Roseline Troxler

roseline.troxler@luzernerzeitung.ch

Die kantonale SVP sucht einen neuen Parteisekretär. Seit vergangenem Herbst hatte Richard Koller (56), Unternehmensberater aus Neudorf, dieses Amt inne. Doch wie Parteipräsidentin Angela Lüthold auf Anfrage sagt, habe man sich vor kurzem von ihm getrennt. «Richard Koller wurde per Ende September gekündigt. Aufgrund der zentralen Position erfolgte die sofortige Freistellung.»

Zu den Gründen, welche die Parteileitung zur Freistellung bewogen, hält Lüthold fest, dass die SVP Schweiz den Auftrag habe, bis Ende Jahr eine Volksinitiative zur Begrenzung der Zuwanderung zu lancieren. «Diese Initiative und jene von Richard Koller konkurrenzieren sich. Der Parteisekretär kann nicht beiden Initiativen dienen.» Lüthold sagt weiter, eine Alternative wäre gewesen, wenn Koller aus seinem Initiativkomitee ausgetreten wäre. «Das wurde ihm mehrfach nahegelegt. Doch dazu war er nicht bereit.» Geschäfts- und Parteileitung hätten den Entscheid gemeinsam gefällt.

Kollers Initiative «Zuerst Arbeit für Inländer» (Zafi), die viele Anliegen der SVP aufnimmt, kommt der Partei nicht gelegen. Die Initiative verlangt für aus­ländische Arbeitnehmer einen ­erschwerten Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt, wenn die Erwerbslosigkeit 3,2 Prozent übersteigt. Ausserdem fordert sie die Kündigung des Abkommens über die Personenfreizügigkeit mit der EU. Dies passt der SVP nicht: Erst Ende Juni gaben die Delegierten grünes Licht für eine eigene Initiative gegen die Personenfreizügigkeit.

Bereits Mitte Juni sprach SVP-Nationalrat Franz Grüter, der bis Ende Mai die Kantonalpartei präsidierte, gegenüber dem «Tages-Anzeiger» von einem Interessenkonflikt: «Wir haben Richard Koller darum deutlich gemacht, dass er das Amt des Sekretärs nicht weiterführen kann, falls er an seiner Initiative festhält.»

Kein Verständnis trotz «tadellosem» Vorgehen

Richard Koller hat kein Verständnis für den Entscheid der Parteileitung. «Die Kündigung ist für mich nach wie vor nicht nachvollziehbar, aber ich muss sie akzeptieren.» Er ist der Meinung, dass das Amt als Sekretär mit seinem Engagement für die Initiative vereinbar gewesen wäre. Das Vorgehen der Parteileitung bezeichnet er aber als tadellos. «Angela Lüthold und ich haben uns lange unterhalten. Doch unsere Ansichten waren konträr.»

Koller hat sich einen Austritt aus dem Initiativkomitee überlegt, wie er einräumt. Schliesslich habe er aber schon zu viel Zeit investiert. Weiter betont Koller, seine Initiative sei für die SVP nicht zwangsläufig ein Nachteil. Im Gegenteil: «Die Bevölkerung wird sich dadurch noch stärker mit der Zuwanderung aus­einandersetzen.» Gleich zwei Initiativen zu demselben Thema würden den grossen Unmut über die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative zeigen. Koller betont, dass er für die Zafi-Initiative viel Support aus SVP-Kreisen erhalte, und ergänzt: «Wie die SVP-Initiative genau aussieht, ist noch immer unklar.» Seit Mitte Juni werden nun für die Zafi-Initiative Unterschriften gesammelt. Koller spricht von einem «recht grossen Rücklauf».

Der Noch-Parteisekretär wird sich künftig wieder vermehrt auf seine Arbeit als Informatiker und Berater konzentrieren. Auch als Präsident der Ortspartei Beromünster will er aktiv bleiben: «Ich möchte die Partei in der Gemeinde stärken.»

Die Nachfolge von Richard Koller ist noch nicht bestimmt, wie Angela Lüthold sagt. «Wir haben die Stelle bisher erst intern ausgeschrieben.» Bis die Stelle besetzt ist, übernimmt Sibylle Kost das Amt der Parteisekretärin interimistisch. Sie war die Vorgängerin von Koller.

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