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LUZERN: Taubenkot sorgt für Ärger

Die Taubenpopulation in der Stadt hat in den letzten Jahren wieder zugenommen. Gegen hartnäckige «Fütterer» können Behörden jedoch wenig unternehmen.
Tauben in der Stadt Luzern: Sie hinterlassen viel Dreck. (Bild Corinne Glanzmann)

Tauben in der Stadt Luzern: Sie hinterlassen viel Dreck. (Bild Corinne Glanzmann)

Simon Bordier

Um die Jahrtausendwende gurrten in der Stadt Luzern schätzungsweise 7000 Tauben. Das waren aus Sicht der Behörden deutlich zu viele. Mit einer Informationskampagne sollten Bevölkerung und Touristen dazu bewegt werden, das Füttern von Tauben zu unterlassen. Denn Experten sind sich einig, dass man an der Futterquelle ansetzen muss, um den Taubenbestand zu dezimieren. Und tatsächlich zeigte die Sensibilisierungskampagne ihre Wirkung: Im Lauf der Jahre schmolz der Taubenbestand um über zwei Drittel (siehe Grafik).

«Unhaltbare Situation»

Während die einen in den Tauben primär Krankheitserreger und Schmutzverursacher erkennen, machen die Vögel für andere das Leben in der Stadt lebenswerter. Aktuell sorgt ein Mann für Diskussionen, der regelmässig am Löwenplatz mit Einkaufstaschen voller Futter erscheint, um die Taubenpopulation zu versorgen. «In der Tasche ist beispielsweise Reis, der dann auf dem Platz haufenweise verstreut wird», sagt Andy Meili. Er ist Geschäftsführer des Uhrengeschäfts Watches of Switzerland und Hauseigentümer an der Denkmalstrasse am Löwenplatz. Er beobachtet die Lage auf dem Löwenplatz mit Sorge. Denn seit Beginn der Fütterungspraxis gebe es sehr viel mehr Tauben im Quartier. «Wo man hinschaut, findet man Kotspuren: auf den Strassen und Plätzen, an den Fenstern, Sonnenstoren, in den Dachrinnen», sagt er. Der Putzaufwand sei stark gestiegen. «Am meisten fürchte ich mich vor möglichen Folgeschäden, da sich der Kot in den Sandstein und Fensterrahmen frisst.» Der Mann habe bisher nicht mit sich reden lassen. Auch die herbeigerufene Polizei und die informierten Stadtbehörden hätten nichts an der «unhaltbaren Situation» ändern können.

Der «Taubenmann» ist den Behörden bekannt. «Wir haben mit ihm schon mehrmals das Gespräch gesucht», sagt Monika Keller, Projektleiterin des Umweltschutzes der Stadt Luzern. Man habe ihm erklärt, welche Folgen sein Handeln habe. «Die Taubenpopulation am Löwenplatz wächst momentan rapide an, zudem kennen Tauben der halben Stadt diese Futterquelle und halten sich öfters auf dem Löwenplatz auf », sagt sie. Doch bisher habe kein Gespräch gefruchtet.

Keine gesetzliche Grundlage

In der Stadt fehlt es nicht an Hinweisen, das Füttern von Vögeln zu unterlassen. Aktuell läuft die mehrsprachige «Bitte nicht füttern»-Plakatkampagne, mit der Einheimische wie Touristen angesprochen werden sollen. Doch verboten ist das Füttern nicht. «Es gibt keine gesetzliche Grundlage, aufgrund der man jemandem das Füttern von Vögeln verbieten könnte», sagt Kurt Graf, Sprecher der Luzerner Polizei. Während etwa für das achtlose Wegwerfen einer Zigarette gebüsst werden könne (Stichwort Littering), seien der Polizei bei Hobby-Fütterern die Hände gebunden. «Wir können nur an den gesunden Menschenverstand appellieren», sagt Graf.

Anders sieht die Situation in der Stadt Zug aus. Dort kann das Füttern von Tauben seit 1967 mit einer Busse bestraft werden. Die Höhe würde im Fall der Fälle von der Staatsanwaltstaft festgelegt. Doch in den letzten Jahren sei der entsprechende Paragraf nie zur Anwendung gekommen, sagt Judith Aklin, Sprecherin der Zuger Polizei. «In der Regel reicht ein Hinweis auf die Folgen der Taubenfütterung, um jemanden davon abzuhalten», sagt sie.

Futtermenge reduzieren

Monika Keller meint zum Umgang mit Hobby-Fütterern: «Wer sieht, wie jemand regelmässig Vögel füttert, kann diese Person ansprechen und sie auf die negativen Folgen ihres Tuns hinweisen.» Wenn die Fütterung kein Ende nehme, sei es wichtig, die Umweltschutzstelle der Stadt zu informieren. Denn die Taubenpopulation könne wegen neuer Futterquellen schnell wachsen. «Ziel ist es, einen Weg zu finden, der für alle Betroffenen stimmt, was nicht immer einfach ist.» Auch im Fall des «Taubenmanns» auf dem Löwenplatz suche man weiter nach einer Lösung. «Ein entscheidender Schritt wäre getan, wenn sich die Futtermenge reduzieren liesse», sagt Keller.

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