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LUZERN: Tausende haben Steuern noch nicht bezahlt

Bis Ende Dezember müssen die Steuern bezahlt sein. Noch haben das 115 000 Personen nicht getan. Das sind 10 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Trotzdem gelten die Luzerner als fleissige Steuerzahler.
Kilian Küttel
Ein Plan B fehlt. (Symbolbild: Christian Beutler/Keystone)

Ein Plan B fehlt. (Symbolbild: Christian Beutler/Keystone)

Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch

Weihnachten und Geschenke gehören zusammen wie die Kugeln und der Christbaum, der Glühwein und die Weihnachtsguetzli: Ob dem Vater, der Tochter, dem Freund oder der Freundin – man schenkt gern. Doch eine Woche nach Heiligabend droht manchem Luzerner ein Griff ins Portemonnaie, den er sich ersparen möchte: Der Fiskus ruft.

Bis jetzt haben rund 115 000 Luzerner ihre Steuern für das laufende Jahr noch nicht gezahlt. Weshalb sie jüngst Post von der kantonalen Steuerverwaltung vorfanden – in Form einer Fälligkeitsanzeige. Das sind fast 10 Prozent mehr als im Jahr zuvor, so die Dienststelle Steuern auf Anfrage. 2016 wurden noch 103 000 Fälligkeitsanzeigen verschickt. Nach den Gründen für diese Zunahme gefragt, sagt Mediensprecher Paul Furrer: «Ein wesentlicher Grund dürfte sein, dass seit diesem Jahr kein Vorauszahlungszins mehr gewährt wird.» In der Vergangenheit erhielten Steuerzahler, die ihre Rechnung früh beglichen hatten, eine Gutschrift von 0,3 Prozent. «Deshalb lassen einige Steuerpflichtige wohl das Geld lieber auf dem Sparkonto und zahlen die Steuern erst Ende Jahr», vermutet Furrer.

Prämienverbilligungen sorgten für Probleme

Dennoch: 10 Prozent Unterschied zum Vorjahr sind nicht nichts. Und bekannterweise war 2017 ein besonderes Jahr, was die Finanzen im Kanton Luzern angeht. Wohl einer der grössten Aufreger war die verordnete Rückzahlung bereits gewährter Prämienverbilligungen. Könnte diese dafür gesorgt haben, dass bei einigen Familien das Geld für die Steuerzahlung schlicht nicht mehr reicht? «Ich glaube schon, dass die Rückzahlungen bei dieser Personengruppe zu Engpässen führen konnte», so Furrer. Da es sich dabei aber um eher tiefe Steuerausstände handle, sei der Einfluss auf die Kantons- und Gemeindeeinnahmen wohl gering.

Im vergangenen Jahr hat die Luzerner Steuerverwaltung 10 756 Betreibungen eingeleitet. Das waren rund 700 mehr als 2016. Dennoch könne man den Luzernern keine schlechte Zahlungsmoral unterstellen, so Furrer. Die rund 10 000 Betreibungen müsse man nämlich ins Verhältnis setzen zu den gut 337 000 Steuerrechnungen, die eröffnet und rechtzeitig beglichen wurden. «Das heisst», so Furrer, «33 von 34 Rechnungen wurden bezahlt, ohne dass eine Betreibung eingeleitet werden musste.»

Dass die Luzerner ihren Verpflichtungen zuverlässig nachkommen, zeige sich auch anhand der Steuerabschreibungen. 2016 nahm der Kanton Luzern etwas über 3,2 Milliarden Franken ein – an Gemeinde- , Kantons- und Bundessteuern. Demgegenüber stehen Steuerabschreibungen von 24,1 Millionen Franken. Diese musste der Kanton hinnehmen, weil natürliche oder juristische Personen nicht zahlungsfähig waren. Prozentual gesehen beläuft sich der Anteil Abschreiber an der Gesamtsteuersumme auf 0,75 Prozent – und liegt damit unter dem langjährigen Mittel von 0,81 Prozent, wie die Dienststelle Steuern vorrechnet. Unter dem Strich heisst das also: «Die Zahlungsmoral der Luzerner ist damit nach wie vor sehr hoch», sagt Paul Furrer. Über 99 Prozent aller fakturierten Steuern würden auch tatsächlich bezahlt.

Nur: Der Kanton hat keine Garantie, dass jemand auch alles versteuert, was er sollte. Ob mit Absicht oder nicht – wer nicht alles angibt, begeht Steuerhinterziehung. Seit dem Jahr 2010 besteht in der Schweiz die Möglichkeit, einmal im Leben straflose Selbstanzeige einzureichen. Dadurch müssen Säumige nur die Nachsteuern und den Verzugszins zahlen. Vor weiteren Sanktionen bleiben sie verschont.

Im Jahr 2016 gingen bei der Steuerverwaltung mehr als 500 Selbstanzeigen ein. Für den Kanton ein lukratives Geschäft: So gingen rund 15,3 Millionen Franken an Nachsteuern ein. Allein 4,5 Millionen Franken davon zahlte eine einzige Person.

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