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LUZERN: Technik-Departement der HSLU wird 60 Jahre alt

Seit nunmehr 60 Jahren werden am Departement Technik und Architektur an der Hochschule Luzern Fachleute ausgebildet. Bis diese Schule aber gebaut wurde, brauchte es viel Geduld.
Blick ins Labor für Lüftungstechnik (1977) in Horw. (Bild: Archiv Hochschule Technik und Architektur)

Blick ins Labor für Lüftungstechnik (1977) in Horw. (Bild: Archiv Hochschule Technik und Architektur)

In den Labors am Departement Technik und Architektur der Hochschule Luzern in Horw stehen unter anderem dicke Rohre, schwere Maschinen und Roboter, die Wein einschenken können (oder Löcher bohren, je nach Bedarf); ja sogar einen Windkanal haben die Forscher gebaut. All das ist für eine Hochschule selbstverständlich, dabei ist es dies überhaupt nicht, betrachtet man die Entstehung des «Techs» (siehe Timeline unten).

Das Departement musste bis zu dessen Gründung etliche Hindernisse überwinden. Doch die Hartnäckigkeit hat sich bezahlt gemacht: Wo anfänglich 8 Dozenten unterrichteten, sind es heute 180, die Zahl der Studenten stieg von 85 auf 1850 an. Allein in den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Angestellten und Studenten verdoppelt. Viktor Sigrist, Direktor des Departements, erklärt sich diese Entwicklung mit dem steigenden Bedarf an gut ausgebildeten Architekten und Ingenieuren sowie mit dem Wandel des Bildungssystems: Denn mit Einführung der Berufsmaturität eröffneten sich auch für Fachhochschulen mehr Möglichkeiten. Zudem habe in der Bevölkerung ein Umdenken stattgefunden. «Die Aus- und Weiterbildung wird immer mehr als lebenslange Aufgabe gesehen.»

Der Standort der Schule ist inzwischen nicht mehr der gleiche, denn Wachstum braucht Platz. Vom ersten Standort, der Sentimatt in der Stadt Luzern, zog das ZTL 1977 nach Horw. Die nächste Veränderung steht bereits vor der Tür: In zehn Jahren sollen um die 4000 Studenten auf dem Campus betreut werden. Vorgesehen ist, dass die Anlage erweitert wird und die Pädagogische Hochschule nach Horw zieht.

In all den Jahren haben sich auch die Lehrinhalte der Bildungsin¬stitution verändert: 1997 wandelte sich das ZTL von einer höheren Lehranstalt zur Fachhochschule, die Ausbildung wurde umgekrempelt. «Das hat die Qualität gefördert», sagt Viktor Sigrist. «Früher hat sich das ZTL eher an einzelnen Industriesparten ausgerichtet», sagt er. «Heute geht es um grössere Fragen, welche die Gesellschaft und die Umwelt betreffen. Wie wollen wir zum Beispiel die Infrastruktur gestalten?»

«Zusammenarbeit bringt Fortschritt»

Mit diesem Wandel investierte die Fachhochschule zudem mehr in die Forschung und Entwicklung. Heute macht dieser Bereich fast 30 Prozent des Umsatzes des Departements aus. Dabei wolle man keine Grundlagenforschung betreiben, sondern aktiv an aktuellen Entwicklungen mitarbeiten und nah an der Praxis bleiben, sagt Sigrist. Dass das Departement mit Technik und Architektur zwei Fachgebiete vereine, sei dabei nur von Vorteil. «Zusammenarbeit bringt Fortschritt.» So setzt das Departement Schwerpunkte in den Bereichen Energieforschung oder Gebäude als System, in denen Bauingenieure und Innenarchitekten gemeinsam tüfteln.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Digitalisierung, die von den Inhalten bis zur Unterrichtsform alle Bereiche betrifft. Für das Bauwesen zum Beispiel zeichnet sich die Entwicklung heute schon ab: Architekten, Bau- und Gebäudetechniker werden in Zukunft am gleichen digitalen Modell arbeiten. Dieses wird die Grundlage für die Ausführung und später für die Bewirtschaftung des Gebäudes sein – quasi sein virtuelles Abbild. Für den Unterricht nützt das Departement die Möglichkeiten der Digitalisierung bereits. So gibt es Unterrichtsgruppen, die online über digitale Plattformen arbeiten. Auf diesen entwickeln die Studenten gemeinsam Projekte. «Das Ziel ist es, solche Methoden auszubauen», sagt der Direktor. Dieser Wandel stelle für alle eine Herausforderung dar.

Der erste Standort des früheren Technikums in der Luzerner Sentimatt (1958). (Bild: Archiv Hochschule Technik und Architektur)

Der erste Standort des früheren Technikums in der Luzerner Sentimatt (1958). (Bild: Archiv Hochschule Technik und Architektur)

Studenten beim Unterricht (undatiert). (Bild: Archiv Hochschule Technik und Architektur)

Studenten beim Unterricht (undatiert). (Bild: Archiv Hochschule Technik und Architektur)

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