LUZERN: Tiefbahnhof wird 800 Millionen Franken teurer

Für 2,4 Milliarden Franken und nicht wie bisher vorgesehen für 1,57 Milliarden Franken soll in Luzern das «Generationenprojekt» Tiefbahnhof realisiert werden. Jetzt hat der Kanton gemeinsam mit der Stadt, dem Verkehrsverbund Luzern und den SBB das Vorprojekt präsentiert.

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Für insgesamt 2,4 Millionen Franken soll in Luzern ein Tiefbahnhof gebaut werden. (Bild: Visualisierung PD)

Für insgesamt 2,4 Millionen Franken soll in Luzern ein Tiefbahnhof gebaut werden. (Bild: Visualisierung PD)

Die Luzerner Stimmbevölkerung hat im November 2009 einem Kredit von 20 Millionen Franken zur Planung eines Vorprojekts für den Tiefbahnhof Luzern zugestimmt. Der Kanton hat am Montag gemeinsam mit der Stadt, dem Verkehrsverbund Luzern und den SBB über die Resultate informiert.

Im Rahmen des Vorprojektes wurden 30 Varianten einer ersten Prüfung unterzogen. Sechs Varianten wurden in der Folge vertieft geprüft und miteinander verglichen, bis die Bestvariante feststand. Der Kostenrahmen für das Vorprojekt wurde eingehalten, heisst es in einer Medienmitteilung der Baudirektion des Kantons Luzern vom Montag.

Dichtere Takte dank Durchgangsbahnhof

Die Bestvariante entspricht dem Rahmenplan der SBB. Mit einem 3,5 Kilometer langen Tunnel ab Ebikon und einer Seeunterquerung wird die neue Linie aus Richtung Zug und Zürich in den Tiefbahnhof Luzern geführt. Dieser befindet sich unter den heutigen Gleisen 8 bis 13.

In einer zweiten Etappe könne der Tiefbahnhof mit dem 2 Kilometer langen Neustadttunnel zur durchgehenden Linie Richtung Basel, Bern und ins Seetal ausgebaut werden, heisst es in der Mitteilung weiter.

Der Tiefbahnhof beseitigt den Kapazitätsengpass im öffentlichen Verkehr und ermöglicht über zehn Züge mehr pro Stunde und Richtung. Damit können deutlich dichtere Takte im Regional- und Fernverkehr in alle Richtungen angeboten werden.

Die Gesamtkosten für den Durchgangsbahnhof betragen 2,4 Milliarden Franken. Bisher waren für den Tiefbahnhof 1,57 Milliarden Franken veranschlagt worden. Zu Berücksichtigen ist hierbei, dass es sich beim neuen Vorrprojekt um einen Durchgangsbahnhof handelt. Ursprünglich war der Tiefbahnhof als Kopfbahnhof geplant.

Bereitschaft zur Vorfinanzierung

Der Kanton Luzern möchte nun das Projekt gemeinsam mit dem Bund weiterentwickeln und ein Auflageprojekt in Angriff nehmen. Dafür soll die bestehende Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verkehr (BAV) und den SBB weitergeführt werden. Der Regierungsrat prüft jetzt die Vorfinanzierung des Auflageprojekts, um die Planung zügig voranzutreiben. Gleichzeitig werden mittelfristig wirksame, zum Tiefbahnhof Luzern aufwärtskompatible Angebote und Infrastrukturmassnahmen geplant.

«Es hat sich bestätigt, dass der Tiefbahnhof die richtige Lösung ist, um den Kapazitätsengpass im öffentlichen Verkehr zu beseitigen», erklärt Regierungsrat Robert Küng. «Es handelt sich dabei um ein nachhaltiges Projekt mit einem grossen Nutzen für die zukünftigen Generationen.»

Die Projektierung wurde dank intensiven Bemühungen der gesamten Zentralschweiz in den Ausbauschritt 2025 der FABI-Vorlage (Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur) aufgenommen. Die Schweizer Bevölkerung stimmt voraussichtlich im Februar 2014 über diese Vorlage ab.

pd/zim