LUZERN: Tiefe Strompreise drücken Ergebnis der CKW

Die Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW) hat im Winterhalbjahr 2013/14 den Stromabsatz stabil gehalten, aber bei Umsatz und Gewinn Einbussen hinnehmen müssen. Die Gründe dafür liegen in Europa.

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Mussten im ersten Halbjahr eine Umsatzeinbusse hinnehmen: Die CKW. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Mussten im ersten Halbjahr eine Umsatzeinbusse hinnehmen: Die CKW. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Wie die Axpo-Tochter am Mittwoch mitteilte, setzte sie von Oktober 2013 bis März 2014 wie im Winterhalbjahr zuvor 3,3 Milliarden Kilowattstunden Strom ab. Der Umsatz ging um 73,6 Mio. Fr. auf 465,7 Mio. Fr. zurück. Das Betriebsergebnis EBIT fiel um 50,8 Mio. Fr. auf 86,0 Mio. Franken, der Gewinn um 39,8 Mio. Fr. auf 82,6 Mio. Franken.

Die CKW bezeichnet dies angesichts der schwierigen Verhältnisse an den europäischen Strommärkten als «noch zufriedenstellendes» Halbjahresergebnis. Die tiefen Marktpreise träfen vor allem jene, die wie die CKW viel Strom selbst produzierten.

Zu teure Produktion

«Die Produktionskosten liegen über den aktuellen Marktpreisen», schreiben Verwaltungsratspräsident Andrew Walo und CEO Felix Graf in ihrem Bericht. Sie kündigen eine Anpassungen an der Kostenstruktur an. Die CKW fokussiere sich auf die Optimierung des Kerngeschäfts, auf Kosteneffizienz und die Erschliessung neuer Wachstumsfelder.

Allein mit den tieferen Energiepreisen lässt sich der Umsatzrückgang um 73,6 Mio. Fr. aber nicht erklären. 46,6 Mio. Fr. entfielen auf einen Sondereffekt, der im Vorjahr positiv zu Buche geschlagen hatte, nachdem nach einem Gerichtsurteil eine Rückstellung hatte aufgelöst werden können.

Diese Auflösung der Rückstellung hatte im Halbjahr 2012/13 die Zahlen im Segment Netze aufgebessert und wirkte sich nun negativ auf den Vergleich aus. Der Umsatz ging in dieser Sparte um 45,5 Mio. Fr. auf 170,9 Mio. Fr. zurück. Der EBIT schrumpfte um 59,1 Mio. Fr. auf 39,1 Mio. Franken.

Im Segment Energie sank der Umsatz um 32,2 Mio. Fr. auf 237,4 Mio. Franken. Trotz der fallenden Strompreise stieg der EBIT um 8,6 Mio. Fr. auf 40,9 Mio. Franken. Der Hauptgrund dafür liegt in der teilweisen Nutzung einer Rückstellung für einen Strombeschaffungsvertrag im Umfang von 24,1 Mio. Franken.

Ohne diesen Rückstellungseffekt wäre der EBIT kleiner ausgefallen als in der Vergleichsperiode, teilte die CKW mit. Allein die tieferen Preise bei Kunden mit Marktverträgen hätten den EBIT mit 9,0 Mio. Fr. belastet.

Am konstantesten war das kleinste Segment, die Installationen, mit einem Umsatz von 65,3 (-2,5) Mio. Fr. und einem EBIT von 6,0 (-0,3) Mio. Franken. Diese Sparte habe von der regen Bautätigkeit in der Zentralschweiz profitiert, teilte die CKW mit.

Investitionen im Ausland

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2013/14 investierte die CKW wie in der Vergleichsperiode rund 36 Mio. Fr. in die Versorgungssicherheit und in Betriebsanlagen. Ferner beteiligte sie sich mit 13,9 Mio. Fr. an einem Windpark in Frankreich.

Die CKW will vor allem im Ausland in erneuerbare Energien investieren. Das Potential in der Schweiz sei begrenzt, und die Bewilligungsverfahren seien schwierig, heisst es dazu im Geschäftsbericht.

Die CKW geht davon aus, dass das Geschäftsumfeld bis im Oktober anspruchsvoll bleibe. Die sinkenden Preise könnten auch zu einer Neubewertung der Energiebeschaffungsverträge und Kraftwerksbeteiligungen führen. Aber auch politische und regulatorische Vorgaben könnten das operative Ergebnis beeinflussen.

sda