LUZERN: Todespfleger darf auswärts arbeiten

Der Luzerner Todespfleger wird auf sein Leben in Freiheit vorbereitet. Langsam, aber stetig wird seine Strafe gelockert.

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Der so genannte Todespfleger (links) und sein Verteidiger – gezeichnet während des Prozesses, der im Januar 2005 aufgrund des grossen Publikumsinteresses im Gemeindezentrum Gersag in Emmenbrücke stattfand. (Bild: Keystone)

Der so genannte Todespfleger (links) und sein Verteidiger – gezeichnet während des Prozesses, der im Januar 2005 aufgrund des grossen Publikumsinteresses im Gemeindezentrum Gersag in Emmenbrücke stattfand. (Bild: Keystone)

Momentan befindet er sich im Arbeitsexternat. Das bedeutet, dass er die Anstalt für die Arbeit verlassen darf, für seine Ruhe- und Freizeit jedoch wieder zurückkehren muss. Dies bestätigt Stefan Weiss, Leiter der Dienststelle Militär, Zivilschutz und Justizvollzug, gegenüber unserer Zeitung. Welcher Arbeit der Luzerner genau nachgeht, will Weiss nicht sagen. «Soviel jedoch: Er arbeitet nicht in der Pflege.»

Der Todespfleger wurde im Jahr 2006 zu einer lebenslänglichen Zuchthausstrafe verurteilt. Zuvor sass er bereits während rund fünf Jahren in Untersuchungshaft. Seit letztem Sommer kann er um eine bedingte Entlassung ersuchen. Dies, weil das Gesetz den Vollzugs- und Bewährungsdienst verpflichtet, nach 15 Jahren im Gefängnis eine bedingte Entlassung jährlich zu prüfen. Jetzt ist dies wieder der Fall. In den kommenden Tagen wird entschieden, ob der Häftling bedingt entlassen wird. Er hat die Möglichkeit, gegen den Entscheid Rekurs einzulegen. Letztes Jahr hat der Vollzugs- und Bewährungsdienst die bedingte Entlassung verweigert.

Bis zur Freiheit dauert es noch Jahre

Klar ist: Mit dem Arbeitsexternat geht die Justiz einen Schritt weiter im sogenannten Stufenvollzug. Besonders bei langjährigen Freiheitsstrafen wird versucht, diesen durchzuführen. Der nächste Schritt ist das Wohn- und Arbeitsexternat. Der Verurteilte darf dann ausserhalb der Anstalt wohnen und arbeiten, untersteht aber weiterhin der Strafvollzugsbehörde. Voraussetzung dafür ist, dass keine Flucht- und Fortsetzungsgefahr besteht.

Der Fall des Todespflegers hatte für grosses Aufsehen gesorgt. Der Luzerner hatte in ­Sarnen, Küssnacht und Luzern mindestens 22 ältere und pflegebedürftige Menschen getötet. Es handelt sich um das grösste Serienverbrechen in der Schweizer Geschichte. (mod)