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LUZERN: Tote Zwillinge: Der zweite Bub wurde bereits tot geboren

Ein neuer Bericht des Instituts für Rechtsmedizin Zürich zeigt: der zweitgeborene Bub wurde tot geboren.
Der zweitgeborene Bub wurde totgeboren (Symbolbild Neue LZ). (Bild: Boris Bürgisser)

Der zweitgeborene Bub wurde totgeboren (Symbolbild Neue LZ). (Bild: Boris Bürgisser)

kuy. Den grausigen Fund machte die Luzerner Polizei Mitte Dezember 2015: In einem Wohnblock in der Stadt Luzern fand sie zwei tote Säuglinge. Bei den Kindern handelte es sich um Zwillingsbuben. Gemäss medizinischem Gutachten hatte die Mutter mutmasslich das erstgeborene Kind getötet. Dieses wies sichtbare Kopfverletzungen auf (wir berichteten). Jetzt, ein halbes Jahr später, liegt auch der zweite Bericht des Instituts für Rechtsmedizin vor: Der zweitgeborene Bub wurde gemäss Gutachten tot geboren.

Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft, sagt auf Anfrage: «Die Gutachter haben am Baby keine externe – nach der Geburt verübte – Gewalteinwirkung erkannt.»

Untersuchung dauerte 6 Monate

Die medizinischen Gutachten wurden vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich erstellt. Der erste Bericht traf im Januar, rund einen Monat nach der Tat, bei der Luzerner Staatsanwaltschaft ein. Warum die Untersuchungen des zweiten Säuglings sechs Monate dauerten, kann Kopp nicht beantworten und verweist an das Institut in Zürich.

Rebekka Colacicco, Sprecherin des Instituts fürs Rechtsmedizin, sagt dazu: «Um die Todesursache von Kindern und Säuglingen festzustellen, werden in der Regel auch externe Fachpersonen hinzugezogen. So finden unter anderem neuropathologische und mikrobiologische Untersuchungen statt.» Dieses standardisierte Prozedere nehme viel Zeit in Anspruch. Zudem handle es sich beim erwähnten Gutachten um den Abschlussbericht, der die Todesursache beider Zwillinge umfasse.

Staatsanwalt studiert Gutachten

Zum weiteren Vorgehen sagt Kopp: «Derzeit wird ein psychiatrisches Gutachten über die Frau erstellt, das medizinische Gutachten wird vom zuständigen Staatsanwalt analysiert.» Dieses ist Ende der letzten Woche eingetroffen.

Rückblende: Am 12. Dezember hatte die 20-jährige Serbin mit starken Blutungen im Unterleib die Notfallstation der Frauenklinik in Luzern aufgesucht. Weil sie sich auffällig verhielt, informierte das Spital die Polizei. Diese fand ein totes Neugeborenes in der Wohnung und eines im Keller. Die Mutter wurde Mitte Februar mit Auflagen aus der U-Haft entlassen. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.

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