LUZERN: Traum vom Eigenheim führte ins Fiasko

Erwin Novak und seine Lebenspartnerin träumten vom eigenen Haus in einer Luzerner Seegemeinde. Daraus wurde nichts. Die beiden gehen nun juristisch gegen den Architekten Markus Schumacher vor – die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Thomas Heer
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Seit Jahren ist dieses Haus in einer Luzerner Landgemeinde unfertig gebaut (Stand 2016). Nun beschäftigt der Fall die Staatsanwaltschaft. (Bild: PD)

Seit Jahren ist dieses Haus in einer Luzerner Landgemeinde unfertig gebaut (Stand 2016). Nun beschäftigt der Fall die Staatsanwaltschaft. (Bild: PD)

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch

Ein nachdenklicher Erwin Novak sitzt am Esstisch in seiner Wohnung, die er zusammen mit seiner Freundin Sabine Hunziker gemietet hat. Eigentlich müssten die beiden schon längst in ihren eigenen vier Wänden wohnen. Dieser Traum aber bleibt Wunschdenken. Denn der geplante Einzug ins eigene Heim zerplatzte wie eine Seifenblase. Geblieben aber ist beim Paar ein schmerzendes Gefühl, dass sie vom Architekten Markus Schumacher «über den Tisch gezogen wurden», wie es Erwin Novak formuliert. Durch das Fiasko beim Einfamilienhausbau gerieten Novak und Hunziker in existenzielle Schwierigkeiten. Erwin Novak sagt: «Wir sind am Schuldenabtragen.» Von Schumacher, der vorgab, das Einfamilienhaus bezugsbereit und schlüsselfertig zu erstellen, zeigt sich Novak «zutiefst enttäuscht».

Alles begann im Jahr 2009 und zieht sich bis in die Gegenwart, als Erwin Novak und Sabine Hunziker ihr nicht fertig gebautes Haus in diesen Tagen endlich veräussern konnten. Durch den Deal mussten sie sich mehrere hunderttausend Franken ans Bein streichen. Deshalb haben sie gegen den Architekten Markus Schumacher eine Strafanzeige eingereicht, wie Simon Kopp, Kommunikationsverantwortlicher der Staatsanwaltschaft Luzern, bestätigt.

Es geht um über 1 Million Franken

Mit dem Vorwurf der Veruntreuung konfrontiert, hält Schumacher schriftlich fest: «Der Vorwurf wird zurückgewiesen und stimmt in keiner Weise.» Darüber wird dann zum späteren Zeitpunkt die Staatsanwaltschaft und möglicherweise danach ein Gericht befinden. Doch wie konnte es überhaupt zu dieser haarsträubenden Situation kommen?

Ursprung des Desasters ist ein Planungsfehler, «der von uns auch nie bestritten wurde», wie Schumacher schreibt. Konkret geht es darum, dass der Architekt und sein Team das Haus um zirka 30 Zentimeter zu hoch bauten. So etwas geht in der Schweiz natürlich gar nicht. Die Gemeinde zog die rote Karte – und es kam in der Folge zu einem mehrjährigen Baustopp. Das unfertige Haus war während dieser Zeit Wind und Wetter fast schutzlos ausgesetzt. Entsprechend verkam das Gebäude zu einer hässlichen Bauruine.

Für den entstandenen Schaden will die Bauherrschaft Entschädigungszahlungen vom Architekten. Dieses Tauziehen zieht sich nun auch schon über Jahre hin, wie die E-Mail eines Bankkundenberaters vom 16. September 2014 an die Adresse von Markus Schumacher belegt. Darin heisst es: «Anlässlich der Besprechung vom 7. August 2014 wurde unter anderem über eine baldige Rückvergütung von Fr. 385 000.– auf das Baukonto und den möglichen Rückkauf gesprochen.» Weiter ist im Schreiben nachzulesen: «Bis heute konnte auf dem Baukonto Hunziker/Novak keine Gutschrift verbucht werden. Ich ­bitte Sie, die Rückvergütung schnellstmöglich zu veranlassen.» Schumacher schreibt diese Woche auf Anfrage der «Zentralschweiz am Sonntag»: «Wir sind gegenüber Novak/Hunziker nichts schuldig.» In den Ohren von Erwin Novak tönt das wie Hohn. Er und seine Partnerin verlangen vom Architekten über eine Million Franken. Den Sachverhalt hat die Staatsanwaltschaft nun zu untersuchen.

Seit Jahren ist dieses Haus in einer Luzerner Landgemeinde unfertig gebaut (Stand 2016). Nun beschäftigt der Fall die Staatsanwaltschaft. (Bild: PD)

Seit Jahren ist dieses Haus in einer Luzerner Landgemeinde unfertig gebaut (Stand 2016). Nun beschäftigt der Fall die Staatsanwaltschaft. (Bild: PD)

Seit Jahren ist dieses Haus in einer Luzerner Landgemeinde unfertig gebaut (Stand 2016). Nun beschäftigt der Fall die Staatsanwaltschaft. (Bild: PD)

Seit Jahren ist dieses Haus in einer Luzerner Landgemeinde unfertig gebaut (Stand 2016). Nun beschäftigt der Fall die Staatsanwaltschaft. (Bild: PD)

Seit Jahren ist dieses Haus in einer Luzerner Landgemeinde unfertig gebaut (Stand 2016). Nun beschäftigt der Fall die Staatsanwaltschaft. (Bild: PD)

Seit Jahren ist dieses Haus in einer Luzerner Landgemeinde unfertig gebaut (Stand 2016). Nun beschäftigt der Fall die Staatsanwaltschaft. (Bild: PD)

Seit Jahren ist dieses Haus in einer Luzerner Landgemeinde unfertig gebaut (Stand 2016). Nun beschäftigt der Fall die Staatsanwaltschaft. (Bild: PD)

Seit Jahren ist dieses Haus in einer Luzerner Landgemeinde unfertig gebaut (Stand 2016). Nun beschäftigt der Fall die Staatsanwaltschaft. (Bild: PD)