Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LUZERN: Tribschenstadt: Gras statt Erni-Bild

Das riesige Wandbild «Poseidon» von Hans Erni ­hätte eine Hauswand zieren sollen. Wegen eines Streits mit der Stadt lässt der Hausbesitzer die Idee fallen – und will die Fassade nun begrünen.
Sandra Monika Ziegler
Immobilienbesitzer Jost Schumacher vor der Fassade, die er neu gestalten will. Ursprünglich wollte er dort das Wandbild «Poseidon» anbringen, (Bild Corinne Glanzmann)

Immobilienbesitzer Jost Schumacher vor der Fassade, die er neu gestalten will. Ursprünglich wollte er dort das Wandbild «Poseidon» anbringen, (Bild Corinne Glanzmann)

Sandra Monika Ziegler

Das Wandgemälde «Poseidon» hat der Luzerner Künstler Hans Erni 1960 erschaffen. Seither zierte die Darstellung des griechischen Meeresgottes das alte Luzerner Hallenbad. Ein mächtiges Wandbild von rund 8,4 mal 15,26 Meter und neun Tonnen Gewicht.

Immobilieninvestor Jost Schumacher hatte der Stadt angeboten, die Restauration des Gemäldes in Höhe von knapp 400 000 Franken zu finanzieren und den «Poseidon» dann an der Julius-Eggstein-Gasse in der Tribschenstadt zu montieren. Dort sollte es an die Fassade seiner Überbauung montiert werden. Doch ein bereits seit Jahren dauernder Streit zwischen Schumacher und der Stadt Luzern hat das Vorhaben beendet.

Vertrag nicht eingehalten

Die Auseinandersetzung wurzelt in einer Abmachung zwischen der ehemaligen Gemeinde Littau und den Landbesitzern der Niedermatt. Sie hatten vor etwa 13 Jahren Folgendes vertraglich festgehalten: Wer auf der Niedermatt baut, muss keine Kanalisationsanschlusskosten bezahlen. Dies, weil mitten durch die 27 000 Quadratmeter grosse Parzelle eine Leitung von 60 Zentimeter Durchmesser führte. Darin ist unter anderem die Leitung für die Kanalisation. Das Grundstück erwarb der Luzerner Jost Schumacher und investierte dort 50 Millionen Franken für eine Überbauung.

Beschwerde eingereicht

Doch nach der Fusion zwischen Luzern und Littau sei dieses Abkommen bei der Stadtregierung kein Thema mehr gewesen, so Schumacher. Denn er erhielt eine Rechnung für die Anschlussgebühren an die Kanalisation. Daraufhin meldete er sich bei der Stadt. Ihm wurde im Namen von Stadtrat Adrian Borgula, Direktion Umwelt, Verkehr und Sicherheit, mitgeteilt, dass über Anschlussgebühren nicht verhandelt werde. Er suchte in der Folge mehrmals mit Stadtrat Borgula das persönliche Gespräch, jedoch ohne Erfolg. Dazu Adrian Borgula: «Zu jeder Anfrage bekam Herr Schumacher von der Direktion eine Antwort. Bezüglich der Anschlussgebühr Niedermatt besteht ein hängiges Rechtsverfahren, weshalb wir weder Auskünfte dazu erteilen können noch Verhandlungen dazu führen. Wir beachten selbstverständlich den Vertrag, legen ihn jedoch anders aus. Deshalb konnte ich den Wunsch nach einem Treffen explizit zu diesem Thema auch nicht erfüllen.» Ansonsten fänden aber regelmässige Treffen, zu diversen Themen, zwischen der Stadt und Schumacher statt, so Borgula.

Bezüglich der Verträge, die einst mit der Gemeinde Littau gemacht wurden, sagt Stadtrat Borgula: «Gemäss Artikel 43 des Fusionsvertrages übernimmt die Stadt die Verträge als Rechtsnachfolgerin der Gemeinde Littau.»

«Verträge muss man einhalten»

Aus diesem Grund hat Schumacher die Rechnung für die Anschlusskosten nicht akzeptiert und reichte beim Kantonsgericht Beschwerde ein. «Es kann doch nicht sein, dass ich der Stadt quasi ein Geschenk mit der Übernahme der Restaurationskosten für den ‹Poseidon› mache, sie jedoch sich nicht an einen bestehenden Vertrag hält. Verträge sind dazu da, um eingehalten zu werden.» Weil dem jedoch nicht so sei, so Schumacher, sei der «Poseidon» ad acta gelegt. «Egal wie das Urteil des Kantonsgerichtes ausfällt, den ‹Poseidon› muss ich nicht aufhängen.» Er lasse sich von der Stadt nicht ans Gängelband nehmen. Bis das Kantonsgericht entschieden hat, werde es wohl noch ein Jahr dauern, so Schumacher.

«Poseidon» bleibt in den Kisten

Und was macht nun die Stadt mit dem «Poseidon»-Bild? Antwort darauf gibt Niklaus Zeier, Chef Kommunikation: «Das Bild soll wieder präsentiert werden, Abklärungen dazu laufen. Sobald ein Standort gefunden ist, kann auch die Frage der Restaurierungskosten angegangen werden. Wie lange das dauern wird, kann im Moment nicht gesagt werden.» Die Holzkisten, so Zeier, werden in einer städtischen Liegenschaft fachgerecht aufbewahrt.

Was die Fassade an der Julius-Egg­stein-Gasse betrifft, dafür hat Jost Schumacher bereits neue Pläne. Der Vorschlag von Reto Locher, Direktor der Stiftung Natur & Wirtschaft, die Fassade zu begrünen, also eine horizontale Grünflache, hat Schumacher imponiert. «Er schlug vor, über die Fassade eine Isoliermatte zu fixieren, dann einen kleinmaschigen Gitterzaun darüber. Zwischen Isoliermatte und Gitterzaun kommt Erde und die wird mit diversen Samen bestückt.» Das sei einzigartig und in Luzern noch nicht vorhanden. Kosten würde dies zwischen 20 000 und 30 000 Franken. Gestartet werden soll damit nächstes Frühjahr, so Schumacher.

Das Wandbild Poseidon von Hans Erni. (Bild Corinne Glanzmann)

Das Wandbild Poseidon von Hans Erni. (Bild Corinne Glanzmann)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.