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LUZERN: Trotz Mehrkosten: Kantonsrat führt Hauswirtschaft wieder ein

Kaum eingeführt, rüttelt der Kantonsrat bereits am Lehrplan 21: Mit einer grossen Mehrheit führen die Kantonsräte in der 9. Klasse das Wahlpflichtfach Hauswirtschaftsunterricht wieder ein – trotz Mehrkosten.
Evelyne Fischer
Der Hauswirtschaftsunterricht soll als Wahlpflichtfach in der 9. Klasse wieder eingeführt werden. (Symbolbild: Remo Naegeli (20.02.2013))

Der Hauswirtschaftsunterricht soll als Wahlpflichtfach in der 9. Klasse wieder eingeführt werden. (Symbolbild: Remo Naegeli (20.02.2013))

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

Dass der Regierung, welche die Ablehnung dieses Vorstosses beantragte, ein rauer Wind entgegenblasen dürfte, war schon an der Liste der Mitunterzeichner abzulesen: 54 Kantonsräte aller Fraktionen unterstützten das Postulat von Priska Wismer-Felder (CVP, Rickenbach), die in der 9. Klasse auch künftig das Wahlpflichtfach «Hauswirtschaftsunterricht» anbieten will. Wenig überraschend wurde der Vorstoss letztlich denn auch klar überwiesen: mit 67 zu 38 Stimmen.

Zum Vorstoss veranlasst wurde Primarlehrerin Wismer wegen der Umsetzung des Lehrplans 21: Das neue Fach «Wirtschaft, Arbeit, Haushalt», das auf der Sek aufs Schuljahr 2019/20 eingeführt wird, ist in der Wochenstundentafel mit je zwei Lektionen in der 7. und 8. Klasse und einer Lektion in der 9. Klasse dotiert. Bisher wird die Hauswirtschaft in der 9. Klasse als Wahlpflichtfach mit zwei Lektionen angeboten.

Wismer: «Hier geht es nicht um ein bitzeli Kochen»

Dass der praktische Teil der Hauswirtschaft künftig weniger gewichtet werden soll, ärgerte Priska Wismer. Hier gehe es nicht «um ein bitzeli Kochen und Essen danach», sagte sie. «Der Unterricht bietet eine ideale Lernumgebung, um Schüler auf den Berufsalltag vorzubereiten.» Geschult werde das exakte, saubere und kreative Schaffen. In die gleiche Kerbe schlug Priska Galliker (CVP, Knutwil). «Mit der Streichung der Hauswirtschaft wird die Auswahl der Wahlpflichtfächer nur noch kopflastiger.»

Viel Unterstützung erhielt Wismers Vorstoss von der Ratslinken. So sagte etwa Ali R. Celik (Grüne, Luzern), dass die Regierung das Postulat primär ablehne, weil man mit zusätzlichen Besoldungskosten von 250'000 Franken rechne. Mehrausgaben, die der vom Kantonsrat verlangten kostenneutralen Einführung des Lehrplans 21 widersprechen. Celik und seine Fraktion waren aber der Meinung, «60 Rappen Mehrkosten pro Einwohner sind verkraftbar». Helene Meyer-Jenni (SP, Kriens) ergänzte, ihre Fraktion sei stets gegen die kostenneutrale Einführung gewesen. Man unterstütze Wismers Postulat. Denn: «Die Nahrungsmittelzubereitung muss praktisch erlernt werden.» Zudem erinnerten Wismer wie auch Meyer daran, dass das Parlament 2014 einen ähnlichen Vorstoss von der damaligen Kantonsrätin Marie-Theres Knüsel Kronenberg (CVP, Dagmersellen) mit 109 zu 0 Stimmen überwiesen hatte. Daran knüpfte auch Angela Pfäffli-Oswald (FDP, Grosswangen) an: «Die Regierung hat sich über den Willen dieses Vorstosses hinweggesetzt. Das ist inakzeptabel.»

Pfäffli gehörte zur Minderheit der FDP, die Wismers Vorstoss unterstützte. Die Mehrheit war laut Rosy Schmid-Ambauen (Hildisrieden) der Meinung, es liege in der Verantwortung der Eltern, ihre Kinder für die Nahrungsmittelzubereitung zu sensibilisieren. Die gleiche Haltung vertrat die GLP. Claudia Huser Barmettler (Luzern) ergänzte: Besucht würde das Fach ohnehin nur von jenen, die bereits Interesse an der Hauswirtschaft zeigten. Alle anderen müssten früher und ausserhalb der Schule dafür begeistert werden. Die SVP verwehrte dem Vorstoss unter anderem deshalb die Unterstützung, da er von der CVP stammte – die den Lehrplan notabene gutgeheissen habe, so Bernhard Steiner (Entlebuch).

Wyss musste sich vor seinem Votum geschlagen geben

Da die Mehrzahl der Wortmeldungen klar für eine Überweisung des Vorstosses sprach, musste sich Bildungsdirektor Reto Wyss (CVP) schon vor dem Schlussvotum geschlagen gegen. Er hielt aber fest: «Mit der Erheblicherklärung des Postulats wird die Anzahl anzubietender Lektionen mit Sicherheit steigen.» Dies entspreche nicht der Zielsetzung, wie sie der Kantonsrat formuliert habe.

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