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LUZERN: Trotzdem ein Plädoyer für das Leben

Die neue Produktion «Still Life» des Theaters Nawal behandelt die zentralen Lebensthemen wie Liebe, Freundschaft, Tod und Angst. Modern und in rasch wechselnden Szenen erzählt, überzeugt das intelligente Stück, das traurig endet.
Yvonne Imbach
Jeff (Florian Fischer) und Carrie Ann (Zora Schelbert) überzeugen im Stück «Still Life». (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 5. Januar 2018))

Jeff (Florian Fischer) und Carrie Ann (Zora Schelbert) überzeugen im Stück «Still Life». (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 5. Januar 2018))

Yvonne Imbach

stadt@luzernerzeitung.ch

Das Laientheater-Jahr startet mit der siebten Produktion des Theaters Nawal mit einem ersten Höhepunkt: «Still Life» aus der Feder des amerikanischen Autors Alexander Dinelaris und inszeniert vom Luzerner Regisseur Reto Ambauen fesselt zwei Stunden derart wie eines jener Bücher, die man bis zwei Uhr nachts fertig lesen muss.

An einer Fotoausstellung lernen sich die höchst talentierte Fotografin Carrie Ann (herausragend: Zora Schelbert) und der erfolgsverwöhnte Trendanalyst Jeff (sehr solide: Florian Fischer) kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick – doch alte und neue Dämonen überschatten das Glück. Carrie Ann hat den kürzlichen Tod ihres Vaters noch nicht verarbeitet, und auch Jeff sieht sich mit dem Thema Tod plötzlich konfrontiert. «Wir werden alle sterben», sagt Carrie Ann, als sie eine verstörende Rede vor Studenten hält. Ihre letzten Fotos zeigen tote Hühner, seither leidet sie unter einer Schaffensblockade. Albträume und Versagensängste lösen aus, dass sie den Auslöser nicht mehr betätigen kann.

«Es wird Zeit, aufzuhören mit der Angst»

Verschiedene Figuren haben ihre eigenen Handlungsstränge, die Szenen wechseln in raschem Tempo, das Hauptthema ist identisch: Alle müssen ihr Leben anschauen und es neu ordnen. Dies verlangt Mut und Kraft oder wie Carrie Ann es ausdrückt: «Es wird Zeit, aufzuhören mit der Angst!» Und Jeff erkennt: «Wir beide haben dieses Ding, das uns auffrisst. Wir müssen beide kämpfen, dann können wir frisch anfangen.» Die Geschichte ist zwar tragisch und endet traurig, doch für den Zuschauer wird klar: «Still Life» ist trotzdem ein Plädoyer für das Leben.

Das Thema Fotografie deutet sich auch im beeindruckenden Bühnenbild von Anna Maria Glaudemans an. Transparente, deckenhohe Vorhänge weisen sehr reduziert auf Räume hin. Wer spricht, ist scharf und beleuchtet im Bild; wer schweigt, wird ausgeblendet. Hinten in der Ecke platziert, aber umso intensiver akustisch wirkend, sorgt Musiker Christov Rolla für den eindrücklichen Klangteppich.

Hohe Anerkennung beim Publikum

Das Premierenpublikum bewies Freitagabend mit minutenlangem Schlussapplaus, dass die sehr ambitionierte Leistung der zehn Spielerinnen und Spieler auf hohe Anerkennung stiess. Das anspruchsvolle Spiel überzeugt und entlässt den Zuschauer mit einigen weiterführenden Gedanken in die Nacht. Wer intelligentes Theater mag, ist hier richtig.

Hinweis

Weitere elf Aufführungen bis 1. März. Theater Pavillon Luzern, Spelteriniweg 6. Reservation und Infos: www.voralpentheater.ch

www. Mehr zu Luzerner Theatern lesen Sie unter www.luzernerzeitung.ch/serien

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