LUZERN: Über 16'600 IV-Rentner fanden wieder eine Stelle

2012 haben die kantonalen IV-Stellen und Arbeitgeber für 16'629 Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz gefunden. Rund 6000 davon fanden eine Stelle bei einem neuen Arbeitgeber.

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Rentner sitzen auf einer Bank. (Bild: Keystone)

Rentner sitzen auf einer Bank. (Bild: Keystone)

Mit der Invalidenversicherung gehe es langsam aber stetig vorwärts. Sie mutiere von der Renten- zu einer Eingliederungsversicherung, schreibt Jean-Philippe Ruegger, Präsident der IV-Stellen-Konferenz, im am Samstag publizierten Jahresbericht 2012.

Die berufliche Eingliederung von Menschen mit dauernden gesundheitlichen Problemen sei möglich, wenn der Betroffene, das Unternehmen, der behandelnde Arzt und die Sozialversicherungen am selben Strick ziehen würden. Trotzdem stelle das Ziel «Eingliederung statt Rente» eine Herausforderung dar. Viele IV-Bezüger würden seit langer Zeit nicht mehr arbeiten, schreibt Ruegger weiter.

Seit Anfang 2012 ist das erste Massnahmenpaket der 6. IV-Revision in Kraft. Ein weiterer Revisionsschritt, über den derzeit die eidgenössischen Räte diskutieren, sieht unter anderem ein stufenloses Rentensystem vor. Die IV-Stellen-Konferenz unterstützt diese Massnahme.

Heute könne ein kleiner Zusatzverdienst dazu führen, dass der Betroffene einen Viertel der Rente verliere. Verantwortlich dafür seien Schwelleneffekte. Diese würden mit einem stufenlosen System wegfallen, sagt der Präsident der IV-Stellen-Konferenz.

Zum Ende seiner ersten dreijährigen Legislatur spricht sich Jean-Philippe Ruegger zudem gegen eine Zentralisierung der Invalidenversicherung aus. Bei der beruflichen Eingliederung sei die Bürgernähe entscheidend. Der kantonale Vollzug habe gegenüber einem schwerfälligen zentralisierten Vollzug eindeutig Vorteile und sei billiger.

sda