LUZERN: Überfälle: Senioren kämpfen gegen ihre Ängste

Der Unterschied zwischen gefühlter und effektiver Sicherheit driftet weit auseinander. Experten raten: Senioren sollen Selbstverteidigungskurse absolvieren.

Alexander von Däniken
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Die Karatekas Daniel Dutka (61, links) und Lucio Carraro (66, rechts) im Training, Karate-Lehrer Toni Romano vom Luzerner Dojo Taisho instruiert. (Bild: Alexander von Däniken / Neue LZ)

Die Karatekas Daniel Dutka (61, links) und Lucio Carraro (66, rechts) im Training, Karate-Lehrer Toni Romano vom Luzerner Dojo Taisho instruiert. (Bild: Alexander von Däniken / Neue LZ)

Raubüberfälle – immer häufiger trifft es ältere Menschen: Was gemäss Medienberichten etwa in Basel Tatsache ist (siehe Kasten), trifft auf den Kanton Luzern nicht zu. Doch selbst wenn Kriminalstatistik und Spitalzahlen eine andere Sprache sprechen: ältere Personen sind überdurchschnittlich ängstlich. Ein Drittel der 65- bis 79-jährigen im Kanton Luzern fühlen sich unsicher, wenn sie nachts alleine unterwegs sind, wie Befragungen zeigen. Woher kommen diese Ängste? Jürg Lauber von Pro Senecute Luzern erklärt, dass Berichte über Gewalt im öffentlichen Raum bei vielen älteren Menschen haften bleiben. Zudem könne das Schwinden der körperlichen Robustheit zu Verunsicherungen führen.

Sport kann helfen

Abhilfe gegen das Angstgefühl können gemäss Pro Senectute sportliche Tätigkeiten schaffen, die auch das Selbstbewusstsein stärken. So werden etwa Selbstverteidigungskurse für Senioren angeboten. Der Luzerner Psychotherapeut und Karateka Lucio Carraro (66) sagt: «Durch das Training kommen wir gar nicht erst in heikle Situationen.»

Selbstverteidigung für Senioren – in der Praxis ist das schwierig umzusetzen. «Offenbar bestehen noch bei vielen Senioren falsche Vorstellungen», sagt Jürg Lauber. Bei der Pro Senecute musste ein Kurs mangels Nachfrage wieder abgeblasen werden. Nichtsdestotrotz ist ein neuer Anlauf laut Lauberangezeigt: «Der Bedarf ist eigentlich da.»