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LUZERN: Uni Luzern hat umstrittene Wirtschaftsfakultät offiziell eröffnet

Die Universität Luzern hat an einer Feier mit 300 Gästen am Dienstag ihre vierte Fakultät eröffnet. Neu kann an der kleinsten Schweizer Uni auch Wirtschaft studiert werden. Die neue Fakultät war in Luzern umstritten, weil ihr Aufbau von Privaten finanziert werden musste.
Regierungsrat Reto Wyss (v.l.), SNB- Präsident Thomas Jordan und Gründungsdekan Christoph A. Schaltegger finden sich zur Eröffnung der Wirtschaftsfakultät ein. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Regierungsrat Reto Wyss (v.l.), SNB- Präsident Thomas Jordan und Gründungsdekan Christoph A. Schaltegger finden sich zur Eröffnung der Wirtschaftsfakultät ein. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät wurde am Dienstagabend mit dem Durchschneiden eines roten Bandes im Auditorium der Uni offiziell eröffnet. Die neue Fakultät stelle alles Bisherige in den Schatten, sagte der Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss am schlichten Festakt. Es sei beispiellos, dass das Stimmvolk bei der Schaffung einer neuen Fakultät habe mitbestimmen können.

Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Thomas Jordan, richtete in seiner Festrede klare Erwartungen an den neuen Akteur in der Bildungslandschaft. Er wünsche sich konkrete und brauchbare Anregungen für wichtige Bereiche der Schweizer Wirtschaftspolitik.

SNB-Präsident hat Erwartungen an Uni

Der Nationalbank-Präsident rief Studierende und Forschende dazu auf, durchdachten Lösungen für die Altersvorsorge und das Gesundheitswesen zum Durchbruch zu verhelfen. Eine dauerhafte Sicherung der Vorsorge liege im Gesamtinteresse des Landes. Sie erlaube es der Geldpolitik, auch künftig die volle Wirkung zu entfalten.

Jordan redete den Studenten ins Gewissen. Diese müssten nach dem Abschluss zum weiteren Gedeihen der Schweiz beitragen, etwa mit besonderen Leistungen in der Industrie, im Gewerbe oder in der Finanzbranche, aber auch in der Verwaltung.

Weiter sagte der SNB-Direktor, die Uni Luzern müsse im wissenschaftlichen Wettstreit in der Lehre und Forschung gewisse Schwerpunkte setzen. Vielleicht könne die Uni dazu beitragen, ökonomische Rezepte für den politischen Alltag umsetzungstauglich zu machen.

Alt Rektor Paul Richli, einer der Väter der neuen Fakultät, äusserte sich überzeugt, dass die Fakultät Erfolg haben werde. Sein Ratschlag an die Betreiber laute, an der Fakultät Raum zu schaffen für Querköpfe, um den Wettbewerb der guten Ideen anzukurbeln.

Politisch bekämpft

In Luzern war das neue Standbein der Universität lange umstritten. Die Idee der Kantonsregierung und der Uni für eine Wirtschaftsfakultät wurde politisch heftig bekämpft.

Die Fachhochschule Zentralschweiz opponierte zunächst gegen die Ausbaupläne, weil sie ebenfalls das Fach Wirtschaft anbietet. Sie sah in der geplanten Fakultät eine unnötige Konkurrenz.

Aus der Politik wurde zudem die Kritik laut, dass das Fach Wirtschaft der Universität kein Profil verleihe und nur aus Kostengründen gewählt worden sei.

2014 hiessen die Stimmberechtigten des Kantons Luzern die Schaffung der Wirtschaftsfakultät gut. Gegen diese das Referendum ergriffen hatte die SP. Sie kritisierte die Finanzierung der Fakultät: Weil der Kanton nicht über die nötigen Mittel für den Aufbau verfügt, mussten Private einspringen. Dies gefährde die Unabhängigkeit und damit den Ruf der Universität, sagten die Kritiker. Die Uni betonte später, dass es sich bei den Geldgebern nicht um einzelne wenige Grossspender handle, sondern um zahlreiche Unterstützer.

4 Millionen für den Aufbau

Mittlerweile hat die Universität mehr als die 4 Millionen Franken private Mittel zusammen, die für den Aufbau und den Betrieb der ersten vier Jahre nötig sind. Danach soll die Fakultät sich selbst finanzieren, nämlich über Studiengebühren und über Beiträge der Kantone, aus denen die Studenten stammen.

Der Studienbetrieb an der neuen Fakultät beginnt in zwei Wochen. Sie startet mit 200 Studierenden in das erste Semester. Davon sind 100 Neustudenten. Mittelfristig soll die Fakultät auf 600 Studenten und Studentinnen wachsen. Die neue Fakultät bietet vorerst einen Bachelorstudiengang Wirtschaftswissenschaften an. In einem zweiten Schritt ist ein Master mit den Vertiefungsrichtungen Politische Ökonomie, Unternehmerische Führung sowie Integriertes Gesundheitsmanagement und Gesundheitsökonomie vorgesehen.

Die neue Fakultät hat ihren Platz im Hauptgebäude neben dem Bahnhof. Betreut werden die Studenten von sieben Professoren. Darunter sind vier neue Professuren, die restlichen wurden von der kultur- und sozialwissenschaftlichen Fakultät übernommen. Zu diesen gehört auch Gründungsdekan Christoph A. Schaltegger. Der einstige Referent von Bundesrat Hans-Rudolf Merz ist seit 2010 Professor für Politische Ökonomie an der Universität Luzern.

Die Uni Luzern gibt es in ihrer heutigen Form erst seit 2000. Bislang verfügte sie nur über eine theologische, eine kultur- und sozialwissenschaftliche sowie eine rechtswissenschaftliche Fakultät. Die Zahl der Studierenden liegt bei rund 2800.

sda/pd/spe

Der Gründungsdekan der Wirtschaftsfakultät Christoph A. Schaltegger während seiner Rede. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Auch Altrektor Paul Richli (links) ist in die Eröffnung eingebunden. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) Thomas Jordan hält die Gastrede. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
SNB-Präsident Thomas Jordan (links) und Regierungsrat Reto Wyss im Gespräch. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Gründungsdekan Christoph Schaltegger (v.l.), SNB-Präsident Thomas Jordan, Regierungsrat Reto Wyss und Rektor Bruno Staffelbach hören der Slam Poetin Lara Stoll (nicht im Bild) zu, die zur Eröffnung eingeladen war. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Regierungsrat Reto Wyss (v.l.), der Präsident der Schweizerischen Nationalbank Thomas Jordan und Gründungsdekan Christoph A. Schaltegger finden sich vor der Universität Luzern ein. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Die Slam Poetin Lara Stoll sorgte mit Wortakrobatik für Unterhaltung. (Bild: pd / Universität Luzern)
Die Abfahrts-Olympiasiegerin Dominique Gisin aus Engelberg gab als prominente Fürsprecherin der Fakultät am Eröffnungsabend ein Interview. (Bild: pd / Universität Luzern)
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Eröffnung Wirtschaftsfakultät

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