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LUZERN: Vandalen wüten im Himmelrich

Verwüstete Ateliers, zerstörte Liftschächte und Diebstähle. Das Kunstprojekt Himmelrich ist in der Nacht auf Samstag zum Opfer von Vandalenakten geworden.
Lena Berger
Sie ist Teil des Kulturprojekts Himmelrich: Die «Queen-Kong» ziert eine der Fassaden. (Bild Pius Amrein)

Sie ist Teil des Kulturprojekts Himmelrich: Die «Queen-Kong» ziert eine der Fassaden. (Bild Pius Amrein)

Der Schock sitzt tief: Als Jesús Turiño, der verantwortliche ABL-Leiter der Himmelrich-Zwischennutzung, am Samstagmorgen die Gebäude an der Tödistrasse betrat, bot sich ihm ein Bild der Zerstörung. Unbekannte Vandalen haben mutwillig Türrahmen aus ihren Angeln gehoben, die Scheiben der Liftschächte eingeschlagen und sogar Elektrotableaus herausgerissen. Die über Wochen liebevoll gestalteten Kunst­ateliers wurden teils verwüstet. Eine der 50 zwischengenutzten Wohnungen, in der ein Gastrobetrieb eingerichtet war, wurde völlig unter Wasser gesetzt. Weiter kam es zu Einbrüchen und Diebstählen.

Spuren der Zerstörung aufgeräumt

«Das Himmelreich lag heute Morgen in Schutt und Asche!», schrieb der spürbar mitgenommene Projektleiter Turiño am Samstag auf Facebook. Und gleichzeitig machte er eine Kampfansage. Jetzt erst recht, war das Credo. «Wir flicken Türen, räumen auf, putzen. Wir engagieren uns für eine kreative, lebenswerte, vernetzte und solidarische Stadt, in der gemeinsam etwas Grossartiges erreicht werden kann. Was ihr zerstört, bauen wir doppelt und dreifach wieder auf!» Gesagt, getan: Im Eilzugstempo wurden die Spuren der Zerstörung im Verlaufe des Tages weggeräumt. Den Abschlussabend der seit Juli laufenden kulturellen Zwischennutzung, wollten sich die Kulturschaffenden im Himmelrich nicht vermiesen lassen. «An die 5000 Leute sind in den letzten Tagen durch die verschiedenen Räume gelaufen und haben sich vom kreativen Schaffen begeistern lassen. Da lassen wir uns von 20 Vandalen nicht unterkriegen», so Jesús Turiño. «Ich war berührt davon, wie entschlossen die Leute angepackt haben, um alles wieder in Stand zu setzen, was verwüstet wurde. Wer die Übeltäter waren, darauf hat Turiño keine Hinweise. «Gemäss unseren Beobachtungen handelte es sich aber nicht nur um randalierende Jugendliche, sondern auch um gestandene Männer um die dreissig.» Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

ABL zieht positives Fazit

ABL-Sprecher Benno Zgraggen war am Vorabend selber noch vor Ort. «Die Stimmung war sehr gut, wir ziehen trotz der Vorfälle ein positives erstes Fazit. Nicht in unseren kühnsten Träumen hätten wir erwartet, dass in so kurzer Zeit so viel Schönes entstehen wird.»

Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Ein 18 Meter langer Baumstamm hat quer in der Wohnung Platz gefunden. Bestaunt durch Nadja Bürgi (hinten) Amun Martin (5 Jahre mitte) und seine Mutter Fabienne Marti (vorne). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Auf dem Bild zu sehen ist ein Baum ein 18 Meter langer Baumstamm der quer in der Wohnung Platz gefunden hat. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Die "Queen-Kong" ziert eine der Fassaden. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Kaffeerösterin Sophia Wetterblad, welche zusammen mit Katharina Steiner von "Die Zuckerbäckerin" ein Kaffee führt. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bild: Pius Amrein / LZ
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Wohnung mit Werken von Pablo Stettle und Lionne Saluz. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Wohnung mit Werken von Sabina Oehringer. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Wohnung mit Werken von Pablo Stettle und Lionne Saluz. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Auf dem Bild zu sehen ist die Wohnung mit Werken Paul Lipp. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bild: Pius Amrein / Neue LZ
Auf dem Bild zu sehen ist die Wohnung mit Werken von Pablo Stettle und Lionne Saluz. Das Kulturprojekt «Zwischenrich» an der Tödistrasse dauert noch bis Samstag. Die Ateliers sind von 11 bis 23 Uhr geöffnet, die Gastrobetriebe von 11 Uhr vormittags bis 4 Uhr morgens. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
14 Bilder

Siedlung Himmelrich

In den 50 Wohnungen sind in den letzten Wochen rund 100 Projekte realisiert worden. Neben Ausstellungen fanden Yogakurse, Jugendtreffs, Konzerte und Theaterveranstaltungen statt. In den Erdgeschosswohnungen waren zehn Bars, Cafés und Restaurants untergebracht.

Lena Berger

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