LUZERN: vbl-Buschauffeur der fahrlässigen Tötung schuldig

Ein 59-jähriger Trolleybus-Chauffeur der Verkehrsbetriebe Luzern (vbl) ist auch in zweiter Instanz der fahrlässigen Tötung schuldig befunden worden. Die vbl behält sich vor, das Urteil ans Bundesgericht weiterzuziehen.

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Hier, bei der Autobahn-Unterführung nach der Busstation Kupferhammer in Kriens Richtung Luzern, passierte der tödliche Unfall. Der Velofahrer fuhr auf der Strasse, nicht auf dem für Velos freigegebenen Trottoir. (Bild: Dominik Wunderli)

Hier, bei der Autobahn-Unterführung nach der Busstation Kupferhammer in Kriens Richtung Luzern, passierte der tödliche Unfall. Der Velofahrer fuhr auf der Strasse, nicht auf dem für Velos freigegebenen Trottoir. (Bild: Dominik Wunderli)

Der Unfall ereignete sich am 24. Mai 2010 auf der Luzernerstrasse in Kriens. Beim Überholmanöver war der Radfahrer vom Anhänger des Trolleybusses gestreift worden. Der Mann erlitt schwere Kopfverletzungen, denen er im Spital erlag.

Im Dezember 2012 sprach das Bezirksgericht Kriens den Buschauffeur der fahrlässigen Tötung schuldig. Der Chauffeur zog das Urteil weiter und beantragte Freispruch. Mit dem am Dienstag veröffentlichten Urteil bestätigt das Kantonsgericht jedoch den Schuldspruch der ersten Instanz.

Wie schon das Bezirksgericht kommt das Kantonsgericht zum Schluss, dass sich der Chauffeur pflichtwidrig unvorsichtig verhalten habe. Er habe zu wenig Abstand zum Radfahrer eingehalten und habe das Überholmanöver mangels genügender Überwachung zu früh beendet. Diese Feststellung stützt sich auch auf zwei Zeugen im Bus.

Dagegen schliesst das Gericht das Fahrverhalten des Opfers als massgebende Mitursache für den Unfall aus. Dies obwohl der Radfahrer zum Zeitpunkt des Unfalls einen Blutalkoholwert zwischen 2,3 und 2,5 Promille aufwies. Im Urteil wird auf die Aussage des Chauffeurs hingewiesen, wonach die Trunkenheit des Radfahrers nicht erkennbar gewesen sei.

Die vbl will nun das Urteil im Detail analysieren. Man behalte sich vor, das Urteil in Absprache mit dem betroffenen Chauffeur ans Bundesgericht weiterzuziehen, erklärte vbl-Direktor Norbert Schmassmann gegenüber der Nachrichtenagentur sda. "Nicht zuletzt aus personalpolitischen Gründen und wegen der Signalwirkung des aus unserer Sicht fragwürdigen Urteils."

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(sda)