Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LUZERN: Velo-Rowdys?

Hugo Bischof über das Nebeneinander von Velofahrern, Automobilisten und Fussgängern in Luzern.
Hugo Bischof
Hugo Bischof

Hugo Bischof

Velofahrer sind rücksichtlose Rowdys. So lautet das gängige Vorurteil, das bei den jüngsten Diskussionen um Velos am Quai wieder allerorten zu hören war. Ja, es gibt sie – die Radfahrer, die Rotlichter überfahren, Einbahntafeln ignorieren und Fussgängern rücksichtlos um die Ohren fahren. Es gibt aber auch die militante Fussgängerlobby. Dass in Randzeiten eine velofahrende Familie in gemütlichem Tempo auf dem Nationalquai statt auf der gefährlichen Haldenstrasse verkehrt, ist für sie ein absolutes No-Go. Eines, das nun vergangene Woche auch vom Parlament abgesegnet wurde – ausgerechnet in der von gewissen Kreisen als «einseitig velofreundlich» gescholtenen Stadt Luzern.

Ich bin Velofahrer. Nicht aus ideologischen Gründen, sondern weil das Velo in Luzern das effizienteste und rascheste Verkehrsmittel ist. Und als Velofahrer kenne ich auch sie nur allzu gut: die Auto-Rowdys. Erst neulich wieder hat mich am Schlossberg ein Auto von hinten seitlich gerammt und fast über den Haufen gefahren. «Ich habe nichts gemerkt», meinte die Autofahrerin unschuldig, als ich sie beim Löwencenter zur Rede stellte. Kein Wunder: Sie, gut geschützt in ihrer dicken Edelkarosse. Daneben ich, vor Schreck noch immer schlotternd, nur mit einen mickrigen Velohelm.

In solchen Situationen– und sie sind nicht selten – frage ich mich schon, ob einige Autofahrer uns Velofahrer als ärgerliche Verkehrshindernisse einfach aus dem Weg räumen wollen. Automobiles Rowdytum sozusagen als Rache am oft erlebten velozipeden Rowdytum? Leider halt auch zu Lasten jener Mehrheit der Velofahrer, die sich an die Verkehrsregeln halten.

Natürlich verhält sich die grosse Mehrheit der Autofahrer rücksichtsvoll, wie auch die meisten Fussgänger und Velofahrer. Dennoch bleibt ein schaler Nachgeschmack. Bin ich als Velofahrer weniger wert? Darf ich nicht auf meinem Rechtsvortrittsrecht beharren, auch wenn ich so einem Autofahrer ein paar Sekunden seiner motorisierten Individualfreiheit raube? Rowdys – ob Velofahrer, Fussgänger oder Autofahrer – verdienen die rote Karte. Ein friedliches Miteinander ist möglich. Wir haben alle das gleiche Ziel: stressfrei und heil von A nach B zu gelangen.

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.