LUZERN: Velokuriere liefern Waren mit dem Auto

Seit 20 Jahren sind Velos in der Stadt am schnellsten. Trotzdem setzen Luzerns Velokuriere auch aufs Auto.

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Velokurierin Manuela Sidler steigt zum Ausliefern öfters vom Velo aufs Auto um. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Velokurierin Manuela Sidler steigt zum Ausliefern öfters vom Velo aufs Auto um. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Dick eingehüllt gegen die Kälte und ausgerüstet mit einem Rucksack besteigt Manuela Sidler (33) ihr Velo. Kühle 5 Grad zeigt das Thermometer an. «Wenn man sich einpackt, ist es in der Kälte auszuhalten», sagt sie. Sidler ist eine der 40 auffällig orange-schwarz gekleideten Velokuriere in Luzerns Strassen. Sie und ihre Kollegen sind heute aber nicht mehr bei jeder Fahrt Wind und Wetter ausgesetzt. Denn, so abwegig es klingen mag, die Velokuriere bringen ihre Ware oft auch mit dem Auto.

Keine ideologische Frage mehr
In Luzern tun sie dies seit 14 Jahren. 1988 wurde Velokurier Luzern als erstes Unternehmen dieser Art in der Schweiz gegründet. Heute bietet er 13 Vollzeitstellen. Was damals mit Idealismus begann, ist heute ein schnelles Geschäft.

Weil die Aufträge und das Transportgut grösser wurden, drängte sich das Auto bald als Transportalternative auf. «Für uns geht es in erster Linie um eine einwandfreie Dienstleistung. Egal, ob mit Velo, Bahn oder Auto», sagt Roman Pechous (38), Geschäftsführer des Velokuriers Luzern. Dass man sich für Autos entschied, sei längst keine ideologische Frage mehr. Entscheidend für die Wahl des Transportmittels sind die Wünsche der Kunden. «Wir organisieren uns nach deren Transportproblem.» Es könne sein, dass jemand verlangt, dass seine Ware von einer Person begleitet wird. Ohne Auto sei dies unmöglich.

Durch die Zunahme der Autofahrten stellte sich für den Velokurier Luzern die Frage nach einer Namensänderung. «Weil man uns aber seit 20 Jahren unter diesem Namen kennt, bleibt er wohl bestehen», sagt Pechous. Denn obwohl die Anzahl Fahrten mit Autos zugenommen hat, werden in Luzern immer noch 90 Prozent der Aufträge mit dem Velo erledigt. Dazu zählen auch diejenigen, die von Kurieren per Velo abgeholt und zur Bahn gebracht werden. Swissconnect heisst dieser Velo-Bahn-Velo-Service.

Seit 14 Jahren fährt Velokurier Luzern mit Autos von Mobility. Seit einem halben Jahr besitzt die Firma nun einen eigenen gasbetriebenen Opel Zafira. Für Manuela Sidler ist der Dienst im Auto zwar eine Abwechslung, sie bevorzugt aber das Velo. «Nach fünf Minuten Velofahrt habe ich den Kopf frei vom Alltag», sagt die Frau, die hauptberuflich Lehrerin ist.

Roger Rüegger / Neue LZ

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Neuen Luzerner Zeitung vom 17. Februar