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LUZERN: Velostrasse stösst auf Kritik

Die Bruchstrasse und die Taubenhausstrasse wurden als Velostrasse getestet. Im Quartier war man allerdings vom Pilotprojekt mässig erfreut – weil der Verkehr hektischer wurde.
Gabriela Jordan
Der Beginn der Velostrasse an der Taubenhausstrasse. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 9. April 2018))

Der Beginn der Velostrasse an der Taubenhausstrasse. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 9. April 2018))

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Um den Langsamverkehr zu fördern, wurde in Luzern in der Bruchstrasse und in der Taubenhausstrasse eine Velostrasse ausprobiert. Dazu gab es ein Pilotprojekt vom August 2016 bis Mai 2017. Ob es definitiv eingeführt wird, ist noch offen, momentan liegt der Ball beim Bund. Denn am Pilotversuch waren noch vier weitere Städte beteiligt (siehe Kasten). Die «umfangreich erhobenen Daten, Videoauswertungen und Befragungen» würden nun vom Astra ausgewertet. «Wir erwarten diesen Sommer über die Ergebnisse informiert zu werden», sagt Martin Urwyler, der beim Tiefbauamt für Velo und Langsamverkehr zuständig ist.

Aktuell ist eine Velofahrt durchs Bruchquartier aufgrund der Bauarbeiten alles andere als flüssig. Im ganzen Viertel werden seit dem Sommer etappenweise die Werkleitungen und die Kanalisation erneuert. Wie der aktuellen «Quartierpost» des Quartiervereins Säli-Bruch-Obergütsch zu entnehmen ist, können sich viele Bewohner aber trotzdem noch gut an die Velostrasse erinnern – und das nicht im positiven Sinn: «Der Verkehr wurde spürbar hektischer», heisst es dort. Demnach genossen sowohl Velofahrer als auch Autofahrer den Vortritt vor einmündenden Strassen, was zu einer Beschleunigung des Verkehrs geführt hat. Das vorgeschriebene Tempo 30 sei von vielen Autofahrern und praktisch sämtlichen Velofahrern notorisch überschritten worden. Als «Tempo-Sünder» werden insbesondere auch E-Biker genannt.

«Wir hatten sehr viele negative Rückmeldungen», sagt auf Anfrage die Autorin des Beitrags in der «Quartierpost», Karin Simmen. Sie ist Architektin und berät den Quartierverein in Verkehrs- und Baufragen. «Leidtragende waren die Schwächsten im Verkehr, die Fussgänger. Vor allem Eltern trauten sich nicht mehr, ihre Kinder alleine in die Schule zu schicken – das Überqueren des Fussgängerstreifens war zu gefährlich.» An der letztjährigen Generalversammlung des Quartiervereins sei die Velo­strasse daher ein viel diskutiertes Thema gewesen. Bei der nächsten Ende April werde dies sicherlich auch der Fall sein. Als Gast wird der Verein deshalb Stadtrat und Verkehrsdirektor Adrian Borgula (Grüne) empfangen.

Keine spürbaren Folgen für VBL-Busse

Als weiteren Nachteil der Velo­strasse nennt Karin Simmen die Situation für die Buslinie 10 der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL). Beispielsweise sei es für den Bus zu Stosszeiten fast unmöglich gewesen, die Bruchstrasse auf Höhe der Klosterstrasse zu überqueren (beim Restaurant Drei Könige). Dies vor allem auch, weil die Bruchstrasse für Autofahrer als Schleichverkehr-Route wieder attraktiver geworden sei.

Bei den VBL wird diese Beobachtung jedoch nicht bestätigt. Laut Mediensprecher Christian Bertschi wurde in diesem Zeitraum nichts Negatives festgestellt – weder signifikante Verspätungen noch Kundenreklamationen. «Natürlich kann es sein, dass ein Busschauffeur ein paar Velos mehr abwarten musste, bevor er weiterfahren konnte. Aus betrieblicher Sicht haben wir aber keine negativen Folgen der Velo­strasse festgestellt.»

Positive Eindrücke bei der Stadt Luzern

Auch bei der Stadtverwaltung war von der negativen Resonanz wenig zu spüren: «Unser genereller Eindruck der Velostrasse und der bisher erhaltenen Rückmeldungen ist eher positiv», so Martin Urwyler. «Wir sind daher gespannt auf die Fakten des Astra.» Bis ein Entscheid des Bundes über das weitere Vorgehen vorliegt, wird die jetzige Verkehrsanordnung beibehalten. Das Ziel ist gemäss Urwyler die Aufnahme von Velostrassen in das Schweizerische Strassenverkehrsrecht.

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