LUZERN: Vergewaltiger-Fall: Justiz hält Richternamen zurück

Der mehrfache Vergewaltiger Markus W. erhält 2010 in Luzern Vollzugslockerungen und schlägt wieder zu. Das wäre mit dem neuen Gesetz nicht so gelaufen, vermutet der oberste Luzerner Richter Andreas Korner.

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Die Dimensionen des Vergewaltiger-Falls sorgen schweizweit für Schlagzeilen. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Die Dimensionen des Vergewaltiger-Falls sorgen schweizweit für Schlagzeilen. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Mit grossem Interesse verfolgt der Luzerner Kantonsgerichtspräsident Andreas Korner, was in Basel passiert. Das dortige Strafgericht hat Markus W. (56) am 5. Juli zu viereinhalb Jahren Freiheitsstrafe und lebenslänglicher Verwahrung verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. W. soll gemäss Basler Strafgericht zwischen 2011 und 2012 zwei Frauen vergewaltigt haben – im offenen Vollzug. Die Hafterleichterung war vom Luzerner Verwaltungsgericht 2010 angeordnet worden, gegen die Empfehlung der Strafvollzugsbehörden. W. hatte zwischen 1983 und 1992 nachweislich 21 Frauen vergewaltigt.

Justiz will Richter schützen

Die Namen der zuständigen Richter will die Luzerner Justiz nicht offenlegen. Gemäss Andreas Korner gehe es um den Schutz der Richter und der Rechtssprechung. Zum Fall sagt Korner im Interview mit der «Neuen Luzerner Zeitung», dass heute mehr Fakten bekannt als damals: «Aufgrund der geänderten gesetzlichen Bestimmungen, etwa des neuen Strafgesetzbuches, würde der Fall heute wohl anders beurteilt.»

Alexander von Däniken

 Das Interview mit Kantonsgerichtspräsident Andreas Korner lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung oder als Abonnent/-in kostenlos im E-Paper.<span style="display: none;">&nbsp;</span>