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LUZERN: Verkehrshaus-Betrag fällt tiefer aus als erhofft

Statt 2,4 Millionen erhält das Verkehrshaus 1,56 Millionen Franken pro Jahr vom Bund. Aus Sicht des Kantons Luzern ist das für eine «Aufgabe nationaler Ausstrahlung nicht adäquat».
Blick in die neue Raumfahrtausstellung im Verkehrshaus. (Bild: Philipp Schmidli)

Blick in die neue Raumfahrtausstellung im Verkehrshaus. (Bild: Philipp Schmidli)

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Zuerst weniger, dann mehr und nun doch wieder weniger: Die finanziellen Aussichten für das Verkehrshaus Luzern haben sich in den letzten Monaten mehrmals geändert. Aufgrund der kantonalen Sparmassnahmen rechnete das Museum zunächst mit tieferen Beiträgen von Kanton und Stadt Luzern, was zudem Kürzungen der Bundesgelder zur Folge gehabt hätte. Im Frühling einigten sich die hiesigen Behörden jedoch auf eine Übergangsfinanzierung für die grossen Kulturbetriebe – und stellten mit einer neuen Rechnungsweise ausserdem die Weichen für höhere Bundesbeiträge an das Verkehrshaus. Dadurch erhoffte sich das Museum jährlich bis zu 2,4 Millionen Franken vom Bund – statt wie bisher rund 1,6 (Ausgabe vom 19. April).

Seit gestern ist klar, dass diese Rechnung nicht aufgeht: Wie das Bundesamt für Kultur (BAK) mitgeteilt hat, sind für das Verkehrshaus im Zeitraum von 2018 bis 2022 jährlich noch 1,56 Millionen Franken vorgesehen – und somit sogar leicht weniger als in den Vorjahren. Der Grund für die tiefere Summe ist ein Systemwechsel: Erstmals führte das BAK eine öffentliche Ausschreibung für die Beiträge durch. 35 Museen reichten ein Gesuch ein, 13 wurden ausgewählt. Bis anhin flossen die Bundesgelder nur an sieben Institutionen, die von Bundesrat und Parlament jeweils in der Kulturbotschaft festgelegt wurden. Mit insgesamt 5,9 Millionen Franken stellt der Bund neu zwar gut eine Million mehr zur Verfügung – jedoch profitieren nun fast doppelt so viele Museen. Das Verkehrshaus bleibt nach wie vor der grösste Empfänger, gefolgt vom Technorama in Winterthur mit 600000 Franken.

Minimalziel knapp verfehlt

Beim Verkehrshaus hält sich der Frust über die Neuigkeit in Grenzen. «Wir sind schon etwas enttäuscht», sagt Stiftungsratspräsident Kurt Bieder nüchtern und erklärt: «Die 2,4 Millionen waren das Höchstziel, 2 Millionen das realistische Ziel und die bisherigen 1,6 Millionen das Minimalziel.» Obwohl es knapp nicht mal für das Minimalziel gereicht hat, kann Kurt Bieder dem Entscheid Positives abgewinnen. «Für die nunmehr 13 Museen hat das BAK nur knapp sechs Millionen Franken zur Verfügung – davon erhalten wir über einen Viertel. Wir sind deshalb nicht unglücklich, dass wir immerhin fast gleich viel wie früher bekommen.» Es sei, fügt er hinzu, eine Anerkennung des Verkehrshauses als qualitatives Museum.

Langfristig geben sich mit dem Gesamtbudget von 5,9 Millionen Franken allerdings weder das Verkehrshaus noch der Kanton Luzern zufrieden. Bieder weist auf die hohen Unterhaltskosten der Verkehrshaus-Sammlung mit ihren rund 11000 Objekten hin. Diese würden sich auf über 4 Millionen Franken belaufen. «Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Bundespolitik mittelfristig mehr Mittel zur Verfügung stellt», sagt er.

Auch der Kanton liess gestern verlauten, dass der Zweckverband grosse Kulturbetriebe künftig eine Aufstockung der Bundesgelder erwartet. Reto Wyss, Regierungsrat (CVP) und Präsident des Zweckverbandes, findet dazu klare Worte: Das Verkehrshaus «hat eine grosse nationale Ausstrahlung und sollte daher aktuell und lebendig bleiben. Für diese Aufgabe ist der Beitrag des Bundes deshalb nicht adäquat.» Wie Bieder nimmt auch Wyss «erfreut» zur Kenntnis, dass das Verkehrshaus immerhin fast gleich viel wie bisher erhält. Für die Periode 2023 bis 2027 fordert er jedoch einen höheren Betrag.

Das Verkehrshaus ist nicht das einzige Museum, das weniger Geld erhält. Deutlich härter trifft es das Alpine Museum in Bern – es erhält ab 2019 noch 250 000 Franken, bisher war es 1 Million. Ganz gestrichen werden die Beiträge an das Architekturmuseum in Basel und das Sportmuseum in Münchenstein (BL). «Es gilt jetzt ein Verteilschlüssel nach objektiven Kriterien. Bisherige haben keine unbefristet geltenden Ansprüche», sagt Benno Widmer, Leiter Sektion Museen und Sammlungen des BAK. Berechnet werden die Beiträge am Gesamtaufwand der Museen, hinzu kommt ein Grundbetrag von 100 000 Franken. Auf die Frage, ob eine Erhöhung der Beiträge realistisch sei, antwortet Widmer: «Das entscheidet die Politik.»

Reto Wyss (Bild: Roger Grütter/LZ)

Reto Wyss (Bild: Roger Grütter/LZ)

Alt Stadtrat Kurt Bieder, Präsident Stiftung Verkehrshaus: «Wir sind schon etwas enttäuscht.» (Bild: Jakob Ineichen (Neue LZ) (Neue Luzerner Zeitung))

Alt Stadtrat Kurt Bieder, Präsident Stiftung Verkehrshaus: «Wir sind schon etwas enttäuscht.» (Bild: Jakob Ineichen (Neue LZ) (Neue Luzerner Zeitung))

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