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LUZERN: Verkehrshaus erhält eine Jugendherberge

Lange wurde verhandelt – nun ist klar: Im Verwaltungsgebäude des Verkehrshauses soll eine neue Jugi entstehen. Dafür muss allerdings zuerst giftiges Material entsorgt werden.
Dieses Gebäude aus den 60er-Jahren beim Verkehrshaus soll nach einer Sanierung zur Jugendherberge werden. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Dieses Gebäude aus den 60er-Jahren beim Verkehrshaus soll nach einer Sanierung zur Jugendherberge werden. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Dominik Buholzer

Die Lage hat es in sich. Das Verwaltungsgebäude des Verkehrshauses der Schweiz ist verkehrstechnisch gut erschlossen, der Blick, der sich einem von dort eröffnet, grossartig und das Umfeld mit dem Museum und seinen Infrastrukturen geradezu ideal. Und genau dies macht den Standort für die Schweizer Jugendherbergen so interessant. «Wir könnten kaum etwas Besseres in Luzern finden», sagt CEO Fredi Gmür. Seit Monaten laufen Gespräche, mittlerweile sind sich beide Parteien im Grundsatz einig, und heute Donnerstag soll die Kooperation verkündet werden: Aus dem Bürogebäude des Verkehrshauses an der Lidostrasse soll eine Herberge werden. «Für uns wäre dies eine absolute Win-win-Situation», sagt Olivier Burger, Leiter Kommunikation des Verkehrshauses. Zum einen erhofft sich dieses durch die Jugendherberge zusätzliche Mehrtagesgäste. Zum anderen verspricht es sich Vorteile in Zusammenhang mit Kongressen und anderen mehrtägigen Veranstaltungen.

Vorprojekt liegt Ende Jahr vor

Die Umnutzung soll in Zusammenhang mit der Sanierung des 30 Meter hohen Gebäudes erfolgen. Eine solche drängt sich bei dem Bau aus den 60er-Jahren auf: Die Fassade weist Korrosionsschäden auf, und der Energieverbrauch ist viel zu hoch. Laut Burger belaufen sich die geschätzten Gesamtkosten auf rund 20 Millionen Franken.

Die Jugendherbergen planen einen Betrieb mit 200 bis 250 Betten – Aufschluss darüber, wie viele es letzten Endes sein werden, wird ein Vorprojekt geben, das bis Ende Jahr vorliegen soll. In diesem Zusammenhang werden laut Gmür auch Abklärungen bezüglich der Asbestsanierung getroffen sowie die Frage geklärt werden, ob der Verein Schweizer Jugendherbergen als Stockwerkeigentümer oder als Mieter auftritt.

Umzonung prüfen

Zudem stellt sich die Frage der Zonenkonformität. Das Bürogebäude liegt in der Zone für öffentliche Zwecke. In der sind Übernachtungsmöglichkeiten nur unter gewissen Voraussetzungen möglich. Inwieweit dies nun das Projekt mit den Jugendherbergen tangiert, wird sich im Rahmen des Vorprojekts zeigen. Die Stadt Luzern steht dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüber. Baudirektorin Manuela Jost sicherte die Unterstützung der Behörden für das Vorprojekt zu.

Einzige oder zweite Luzerner Jugi?

In Luzern führen die Schweizer Jugendherbergen heute bereits beim Rotsee einen Betrieb mit 206 Betten und jährlich 30 000 bis 35 000 Gästen, was einer Auslastung von 60 Prozent entspricht. «Es ist noch offen, ob wir in Luzern künftig zwei Herbergen führen oder ob wir jene beim Rotsee schliessen werden.» Für Letzteres spricht einiges. Das Gebäude liegt für internationale Gäste nicht ideal und muss saniert werden. Die Zimmer können aufgrund der Architektur nicht vergrössert werden. Dies alleine wird laut Gmür nicht entscheidend über die Zukunft der Jugi am Rotsee sein. «Ausschlaggebend ist auch, wie viele Zimmer wir am neuen Standort beim Verkehrshaus anbieten und welche Synergien sich zwischen den Betrieben ergeben», so Gmür.

Und was, wenn das Projekt beim Verkehrshaus scheitert? Einen Plan B gibt es laut Gmür nicht: «Wir haben den festen Glauben, dass wir das Projekt realisieren werden.»

Verkehrshaus wäre der 53. Betrieb

Der Verein Schweizer Jugendherbergen betreibt ein Netzwerk von insgesamt 52 Häusern – 46 davon werden in Eigenregie, sechs von Franchise-Nehmern geführt. Im letzten Jahr erzielten die Jugendherbergen einen Umsatz von 46,6 Millionen Franken und verzeichneten 746 988 Logiernächte. Umsatzmässig war 2015 das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte des Vereins. Die Logiernächte dagegen lagen 4,7 Prozent unter den Werten des Vorjahres. Besonders zu schaffen macht den Jugendherbergen derzeit der Rückgang der Gäste aus dem Euroraum. 2015 betrug dieser 22 Prozent. Dafür wurde bei den Gästen aus Südkorea ein Plus von 9,5 Prozent realisiert.

Die neue Herberge in Luzern, die laut Gmür in jedem Fall in Eigenregie betrieben wird, wäre die 53. Jugi Nummer 54 ist auch schon im Entstehen. Derzeit läuft die Detailplanung für die Umnutzung des Schlosses Burgdorf aus dem 11. Jahrhundert. In der Zähringeranlage war zuletzt ein Teil der Verwaltung des Kantons Bern untergebracht. In der Zentralschweiz gibt es ausser in Luzern Jugendherbergen in Seelisberg, Engelberg, Gersau und Zug.

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