LUZERN: Verurteilt wegen Menschenhandel

Das Kriminalgericht hat eine 45-jährige Ungarin wegen Förderung der Prostitution und Menschenhandel verurteilt.

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Eine 45-Jährige ist wegen Frauenhandels verurteilt worden. (Symbolbild / Neue LZ)

Eine 45-Jährige ist wegen Frauenhandels verurteilt worden. (Symbolbild / Neue LZ)

Der Beschuldigten wurde vorgeworfen, im Zeitraum von 2008 bis 2010 zwei minderjährige Frauen aus Ungarn in den von ihr betriebenen Massagesalon in Luzern geholt und sexuell ausgebeutet zu haben (wir berichteten). Dies, indem sie den beiden Mädchen bis ins Detail vorgeschrieben habe, welche sexuellen Dienste sie anbieten sollten. Sie mussten ihre gesamten Einnahmen an die Beschuldigte abgeben, welche die Hälfte für sich behielt und den Rest den ungarischen Zuhältern übergab. Die jungen Prostituierten – sie waren zu Beginn 17 Jahre alt – erhielten ein Taggeld von 15 bis 20 Franken pro Tag. Im Februar 2010 ihnen die Flucht.

Verteidigung legte Berufung ein

Das Kriminalgericht verhängte eine Freiheitsstrafe von 22 Monaten und eine Geldstrafe von 1800 Franken – beides bedingt bei einer Probezeit von drei Jahren. Weiter muss die Beschuldigte den Opfern Genugtuung von 8000 und 10 000 Franken bezahlen. Vom Vorwurf der Freiheitsberaubung wurde sie freigesprochen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Auf Anfrage sagte die Verteidigung, man habe dagegen provisorisch Berufung eingelegt, um vom Gericht eine Begründung für den Urteilsspruch zu erhalten. Diese werde nun abgewartet, bevor entschieden werde, ob man das Urteil definitiv weiterziehe. Der zuständige Staatsanwalt war gestern nicht erreichbar.

ber