LUZERN: Verzögerungen bei der Industriestrasse?

Der Stadtrat schlägt vor, an der Industriestrasse eine neue Art der Verdichtung zu testen. Das würde zu einer Verzögerung führen.

Lena Berger
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Eine bunte Mischung aus Wohnblöcken und Einfamilienhäusern: So soll der südwestliche Teil der Feldbreite in Emmen dereinst aussehen. (Bild: PD)

Eine bunte Mischung aus Wohnblöcken und Einfamilienhäusern: So soll der südwestliche Teil der Feldbreite in Emmen dereinst aussehen. (Bild: PD)

Vorbild für die Neubauten an der Industriestrasse könnten laut der Stadtluzerner Baudirektorin Manuela Jost die «Feldhäuser» sein, die ab nächstem Jahr im Emmer Stadtteil Feldbreite entstehen. Die Vision der Architekten dort ist eine verschachtelte Anordnung von bunten Wohnblöcken, Reihen- und Einfamilienhäusern, die sich zu einer Art Dorf verdichten. So sollen vielfältige Wohnformen ermöglicht werden.

Um ein ähnliches Bebauungsmuster auch in Luzern umsetzen zu können, müsste die in der Bau- und Zonenordnung (BZO) vorgesehene Überbauungsziffer angepasst werden – damit mehr als 40 Prozent der Grundfläche überbaut werden können. «Der ‹Fussabdruck› der Gebäude würde vergrössert, dafür würde flacher gebaut», erklärt Patricia Hirschi, Leiterin Portfoliomanagement bei der Stadt Luzern, das Konzept. Es wäre eine andere Art der Verdichtung, als sie in der Stadt bislang üblich sei.

Erneut eine Volksabstimmung?

Die Umsetzung einer solchen Bebauungsstruktur hätte allerdings ihren Preis. Es müsste eine Studie erstellt werden, die dann in einem Bebauungsplan umgesetzt würde. Dieser müsste vom Parlament genehmigt werden, um den betreffenden Teil der BZO abzuändern. Würde gegen den Entscheid das Referendum ergriffen, wäre gar eine Volksabstimmung möglich. Das Planungs­risiko wäre entsprechend grösser.

Die neue BZO ist erst im vergangenen Juni vom Stadtluzerner Stimmvolk angenommen worden. Weil so kurz nach der Revision von der Grundordnung abgewichen würde, wäre das Risiko von Einsprachen erhöht. Durch das ganze Verfahren würde die Planung zudem mehr Zeit beanspruchen. Der Stadtrat rechnet damit, dass sich der Baubeginn um eineinhalb Jahre verzögern würde.