LUZERN: Vier Jahre Gefängnis für IV-Betrügerin

Das Luzerner Kantonsgericht hat ein Ehepaar wegen Versicherungsbetruges verurteilt und die von der Vorinstanz verhängten Freiheitsstrafen von je vier Jahren bestätigt. Die beiden Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

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Die IV-Betrügerin kassierte rund 900'000 Franken von Versicherungen.

Die IV-Betrügerin kassierte rund 900'000 Franken von Versicherungen.

Wie das Kantonsgericht am Montag mitteilte, wurden die Frau und der Mann des gewerbsmässigen Betrugs und des versuchten Betrugs schuldig gesprochen. Die Untersuchungshaft von je 328 Tagen wird angerechnet.

Der Versicherungsbetrug geht auf einen leichten Verkehrsunfall im Jahr 1999 zurück. Während rund zehn Jahren gaukelte das Ehepaar darauf gemäss des Urteils den Ärzten psychische und physische Beschwerden der Frau vor, die durch den Unfall verursacht worden seien.

In den ärztlichen Untersuchungen habe die Frau ein Verhalten gezeigt, das auf körperliche Einschränkungen und eine psychische Störung habe schliessen lassen, teilte das Kantonsgericht mit. Der Gatte habe ausgeführt, dass seine Ehefrau fast rund um die Uhr betreut werden müsse und elementare Tätigkeiten wie Waschen oder Ankleiden nicht alleine verrichten könne.

Mehrere Versicherungen zahlten in der Folge Leistungen von total über 900'000 Franken aus. 2009 klagte das Paar zudem gegen die Versicherung des Unfallbeteiligten und forderte eine knappe Million Franken wegen angeblicher Hilfelosigkeit der Frau.

Privatdetektiv überführt Simulantin

Eine der Versicherungen liess die Frau 2008 und 2009 während über eines Jahres von einer Privatdetektei beobachten. Die Observation habe gezeigt, dass die Frau ohne ersichtliche Einschränkungen den Alltag bewältigten und auch schwere und stundenlange Arbeiten ausführen konnte, teilte das Kantonsgericht mit.

Das Kriminalgericht sprach das Ehepaar 2012 des Versicherungsbetruges schuldig. Das Kantonsgericht bestätigte das Urteil nun vollumfänglich.

Die Frau und der Mann hätten einen gleichwertigen Beitrag zum Betrug geleistet, teilte das Gericht mit. Dieser sei als gewerbsmässig einzustufen, weil mit den Versicherungsleistungen der Lebensunterhalt der Familie bestritten worden sei.

Das Kantonsgericht hält zudem fest, dass die behandelnden und begutachtenden Ärzte sich auf die Schilderungen der Eheleute hätten verlassen dürfen. Es seien Beschwerden geltend gemacht worden, die nicht bildgebend objektivierbar gewesen seien.

sda