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LUZERN: Vorfall an der Fasnacht: gelbe Karte für Kaderpolizist

Ein Kadermitglied der Luzerner Polizei soll an der letzten Fasnacht zwei Festgenommene beschimpft und einen von ihnen tätlich angegriffen haben. Jetzt erhält er eine schriftliche Abmahnung. Eine höhere Strafe war nicht möglich, sagt der Kommandant.
Der Mitarbeiter der Polizei wurde nach Abschluss vom Administrativverfahren abgemahnt. (Bild: Alexandra Wey/Keystone)

Der Mitarbeiter der Polizei wurde nach Abschluss vom Administrativverfahren abgemahnt. (Bild: Alexandra Wey/Keystone)

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@luzernerzeitung.ch

Die Luzerner Polizei ist um eine Sorge ärmer: Während der «Fall Malters» um Kommandant Adi Achermann und Kripochef Daniel Bussmann noch in den Mühlen der Justiz harrt, fand eine unrühmliche Episode der letzten Fasnacht ihr Ende. Damals, am Rüüdige Samschtig, dem dem 25. Februar 2017, soll ein Kadermitglied der Luzerner Polizei in seiner Freizeit zwei bereits gefasste mutmassliche Taschendiebe aus Nordafrika beschimpft und einen von ihnen tätlich angegriffen haben, wie unsere Zeitung pu­blik machte.

Nun wurde der fehlbare Polizist schriftlich abgemahnt. Er gesteht zudem ein, mit seinem Verhalten dem Image der Polizei geschadet zu haben. Dies teilte die Luzerner Polizei am Mittwoch mit.

Ein Verfahren eingestellt, zweites Verfahren zu Ende

Die schriftliche Abmahnung ist das Resultat der Administrativuntersuchung, die der Baarer Rechtsanwalt Roberto Zalunardo im Auftrag von Kommandant Achermann durchgeführt hat. Zalunardo beurteilte die ehrverletzenden Äusserungen als nicht gravierend, und eine Tätlichkeit konnte nicht nachgewiesen werden. Schon im März stellte die Luzerner Staatsanwaltschaft ihr Strafverfahren ein, weil weder der Marokkaner noch der Algerier Strafantrag gestellt hatten und für ein Verfahren wegen eines Offizialdeliktes keine stichhaltigen Gründe vorlagen.

Die schriftliche Abmahnung gleicht einer gelben Karte. Damit ist laut Adi Achermann das Mögliche ausgereizt: «Mehr als eine Abmahnung kam gemäss Personalrecht nicht in Frage. Möglich wären nur noch eine Versetzung oder eine Entlassung. Für beides bräuchte es ohne nachweislich gravierendere Gründe zuerst eine schriftliche Abmahnung.» Der fehlbare Polizist habe sich bei den Betroffenen und bei der Luzerner Polizei entschuldigt. Die Briefe an die Nordafrikaner sind laut Achermann letzte Woche verschickt worden.

Adi Achermann handelte mit dem Einleiten der beiden Verfahren ganz im Sinne der Null-Toleranz-Doktrin bei grundloser Gewalt durch Polizisten gegen Wehrlose – und scheute auch die Kosten nicht: Die externe Administrativuntersuchung habe «einige tausend Franken» gekostet. Trotzdem stellt sich die Frage, ob die gelbe Karte gegen das Kader-Mitglied reicht, um die Null-Toleranz-Doktrin auch durchzusetzen. Achermann: «Das ist eine schwierige Frage, die wohl nicht generell zu beantworten ist. Jeder Vorfall muss individuell betrachtet und gewertet werden.»

Marokkaner und Algerier verhaftet

Der Vorfall an der Fasnacht geschah um 20.20 Uhr Unter der Egg. Eine Polizeipatrouille nahm wegen Verdachts auf Taschendiebstahl zwei Männer fest: einen Algerier und einen Marokkaner. Während sich der Marokkaner kooperativ verhielt und seinen Ausweis zeigte, weigerte sich der Algerier. Die Situation eskalierte, nachdem die Polizisten beiden Handschellen angelegt hatten und der Kaderpolizist vorbeikam. Er war nicht im Dienst und mit roter Perücke sowie einem roten Kostüm bekleidet.

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