LUZERN: Wagenbauer müssen strengere Auflagen erfüllen

Das Strassenverkehrsamt nimmt seit diesem Jahr kantonsweit die Fasnachts-Fahrzeuge stärker unter die Lupe. Nach anfänglicher Skepsis begrüssen die Fasnächtler die noch immer «kulanten» Kontrollen.

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Ein Wagen mit dem Computerspiel-Sujet «Super Mario Kart» am Fritschi-Umzug der Luzerner Fasnacht. (Bild: Philipp Schmidli (12. Februar 2015))

Ein Wagen mit dem Computerspiel-Sujet «Super Mario Kart» am Fritschi-Umzug der Luzerner Fasnacht. (Bild: Philipp Schmidli (12. Februar 2015))

Bald rattern im Kanton Luzern wieder die aufwendig gestalteten Fasnachtswagen durch die Strassen. Auch wenn man sich bei einigen Traktoren und selbst gebauten Fahrzeugen vielleicht fragt, wieso der Motor überhaupt anspringt – die Fahrzeuge müssen in diesem Jahr sogar strengere Auflagen erfüllen, um ein sogenanntes Tagesschild für die Fahrten an der Fasnacht zu erhalten.

Reichte bis anhin in der Regel nur eine Betriebssicherheitsbestätigung von einem anerkannten Luzerner Garagisten, mussten die Fasnächtler neu beim Wagenbau etliche Änderungen für ihre Fahrzeuge berücksichtigen. Fehlt beispielsweise bei alten landwirtschaftlichen Fahrzeugen ein Fahrzeugausweis oder ist das Fahrzeug Marke «Eigenbau», muss es vom Strassenverkehrsamt auf die Verkehrssicherheit geprüft werden.

Ein Viertel hat die nötigen Papiere nicht

Rund 200 Personen stellen laut Kurt Eicher vom Strassenverkehrsamt Luzern jährlich ein Gesuch für die Fasnacht. Eicher schätzt, dass ungefähr 25 Prozent der Gesuchsteller über keinen Fahrzeugausweis oder Prüfbericht für ihr Gefährt verfügen. In diesem Fall müssen sie das Fahrzeug neu vom Strassenverkehrsamt selbst prüfen lassen. Besonders wichtig ist dem Kontrolleur laut Eicher die technische Sicherheit. «Lenkung, Bremsung und Licht müssen intakt sein. Auch die Radaufhängung und die Reifen werden kontrolliert, und die Sicht muss frei sein.» Bei den bisherigen 25 Kontrollen habe es nur ein Fahrzeug gegeben, das den Prüfbericht nicht erhalten habe. Weitere fünf Kontrollen seien noch pendent, und laufend kämen wieder neue Fälle dazu.

Daniel Abächerli, Umzugschef des Lozerner Fasnachts-Komitees, findet diese Kontrollen «eine gute Sache». Zwar verrechnet das Strassenverkehrsamt pro Stunde 160 Franken plus 40 Franken Dokumentengebühr, alles in allem sei man jedoch zufrieden. «Es ist ja auch für uns wichtig, dass die Fahrzeuge sicher sind.» Deshalb habe man sich mit dem Strassenverkehrsamt frühzeitig an einen Tisch gesetzt und die Besuche bei den Wagenbauern koordiniert. Bereits im Herbst hätten erste Kontrollen stattgefunden.

Anfangs waren die Fasnächtler nicht sehr begeistert vom neuen Reglement, wie Abächerli sagt. «Einige hatten Angst, dass sie die Kontrollen mit ihren Eigenbauten nicht bestehen, und sie so nicht mehr an die Fasnacht gehen können.» Doch die Bedenken seien unbegründet gewesen. «Der Kontrolleur war sehr kulant bei den Beanstandungen. Alles verlief sehr unkompliziert.»

Grund für die Änderungen war die vom Kanton bisher «sehr liberale» Umsetzung der Gesetzgebung, sagt Kurt Eicher. Das hat gemäss einer Vorinformation des Strassenverkehrsamtes vom letzten März an die Fasnächtler «immer wieder zu Diskussionen mit der Polizei, Privatpersonen oder bei Schadenfällen mit der Versicherung geführt». Zum Beispiel hat es kuriose Wagenkombinationen gegeben, sagt Kurt Eicher: «Einmal hatte ein Auto einen Post-Anhänger mit einem Gurt befestigt. Das kann schnell gefährlich werden.»

 

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch