LUZERN: Wegen Hilfe für Kinderheime unter Terrorverdacht

Mit einer Liste verfolgt Sri Lanka Terrorverdächtige – auch in der Schweiz. Auf der Liste ist auch ein Tamile aus dem Kanton Luzern. Weil er Kinderheime unterstützt hat.

Thomas Heer
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Das Kinderheim Titlisblick. (Symbolbild) (Bild: Roger Gruetter / Neue LZ)

Das Kinderheim Titlisblick. (Symbolbild) (Bild: Roger Gruetter / Neue LZ)

Mehrere Zehntausend Sri Lanker leben in der Schweiz – die meisten sind Tamilen. Sie flüchteten vor dem 2009 beendeten Bürgerkrieg, der schätzungsweise 100 000 Todesopfer gefordert hat. Nun stehen einige von ihnen auf einer Terrorliste, wie die «Zentralschweiz am Sonntag» letzte Woche berichtete. Unsere Zeitung trifft einen von ihnen: Der schüchtern wirkende Mann lebt seit 30 Jahren in der Schweiz – aktuell im Kanton Luzern. Seinen Namen will er aus Angst vor den Folgen nicht in der Zeitung lesen. Auf die Frage, weshalb er auf die Liste gesetzt wurde, antwortet er: «Ich habe Kinderheime unterstützt.»

Ein Indiz dafür, dass das ausreicht, um in Ungnade zu fallen, findet sich in einem Bericht, der an der San Diego State University verfasst wurde. In Sri Lanka herrsche im politischen Umfeld den Nichtregierungs-Organisationen gegenüber eine ablehnende Haltung, steht darin. Den NGOs werde vorgeworfen, sie würden unfairerweise die Tamilen bevorzugen.