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LUZERN: Weihnachten früher und heute: Als der Karpfen in der Badewanne schwamm

Der geschmückte Baum ist das Highlight der Weihnachten, ist die dreijährige Stella Taha überzeugt. Grossmutter Elisabeth schwelgt derweil in kulinarische Erinnerungen an die Slowakei.
Wertvoller Baum: Elisabeth Taha (54) mit ihrer Enkelin Stella (3). (Bild: Dominik Wunderli (19. Dezember 2017))

Wertvoller Baum: Elisabeth Taha (54) mit ihrer Enkelin Stella (3). (Bild: Dominik Wunderli (19. Dezember 2017))

Das Allerwichtigste war das Essen. Nicht nur, was zuletzt auf dem Tisch stand, sondern auch, wie alles dahin gekommen ist. «Die Marmeladen, Brote, Füllungen, Saucen – einfach alles machte meine Mutter von Hand», erinnert sich Elisabeth Taha (54). «Sie war eine Ausnahmeköchin, und ihre Speisen widerspiegelten unsere osteuropäischen Wurzeln. Das galt auch noch, als die damals fünfjährige Elizabeth und ihre Familie aus der heutigen Slowakei in die Schweiz kamen.
Es gibt da aber eine Erinnerung, die sie besonders mit ihren Weihnachtserinnerungen aus der Slowakei verbindet: den Karpfen in der Badewanne. Ganz traditionell, wurde auch der Fisch zum Weihnachtsschmaus serviert. Gekauft wurde das kiloschwere Prachtexemplar allerdings schon drei Tage vorher. Und so drehte der Fisch unter den neugierigen Augen Elisabeths seine einsamen Runden in der Familienbadewanne. «Ich sehe seine Gesichtszüge, wie er durch seine Kiemen atmete, noch deutlich vor mir», sagt sie und fügt erklärend hinzu, «Es war eben ein echtes Frischprodukt, das man damals so lagerte.»

Das rote Paillettenkleid ist Pflicht

Einen echten Fisch in der Badewanne hatte ihre fast vierjährige Enkelin Stella bisher nicht. Den Grossteil ihrer Aufmerksamkeit nimmt dafür der Christbaum in der Stube in Beschlag: «Er ist das Schönste an Weihnachten. Weil er so schön geschmückt ist, ist er ganz wertvoll, oder?» An der weihnachtlichen Garderobe gibt es für Stella nichts mehr zu rütteln (das rote Paillettenkleid muss es sein). Und ja, da gibt es eine gewisse Puppenkutsche, die ganz oben auf der Wunschliste steht. «Eigentlich feiert man ja den Geburtstag von Jesus», stellt sie klar. Und wie macht man das? «Mit viel Besuch!» Elisabeth Taha ist einverstanden: «Ich möchte das Positive am Fest weitergeben und diese Zeit jeweils mit geliebten Menschen verbringen.»

Ismail Osman

ismail.osman@luzernerzeitung.ch

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