LUZERN: Weniger Äpfel – dafür bessere

Die Apfelernte der Luzerner Obstbauern ist nicht ausgefallen wie erwartet. Der trockene Sommer setzte vor allem den Mostäpfeln zu.

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Nun können süsse Früchte geerntet werden: Markus Thali, Präsident des Luzerner Obstbauvereins, auf seinem Hof in Gelfingen. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Nun können süsse Früchte geerntet werden: Markus Thali, Präsident des Luzerner Obstbauvereins, auf seinem Hof in Gelfingen. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Der diesjährige Sommer mit seinen heissen Temperaturen und der Trockenheit hat die Apfelernte massgebend beeinflusst. Markus Thali ist Präsident des Luzerner Obstbauvereins und bewirtschaftet auf seinem Hof in Gelfingen auf rund sieben Hektaren Apfel- und Birnenbäume. «Die Ertragsmenge der Tafeläpfel fiel etwa fünf bis zehn Prozent geringer aus als in den Vorjahren.» Grund dafür sei der fehlende Regen in den Sommermonaten. «Die Äpfel sind in diesem Jahr etwa ein bis zwei Millimeter kleiner, was sich in der Ertragsmenge bemerkbar macht.» Gerade bei den frühen Sorten wie Gala, Elstar und Gravensteiner, die Anfang September geerntet wurden, mache sich das bemerkbar.

Hoher Fruchtzuckergehalt

Dennoch spricht Thali von einer guten Ernte: «Die Qualität der Äpfel ist eine der besten seit Jahren.» Die Früchte würden einen hohen Gehalt an Fruchtzucker und eine hohe Festigkeit aufweisen. «Ausserdem sind sie dank dem schönen Wetter gut im Aroma und schön im Aussehen.» Hinzu komme, dass die Nächte seit Ende September deutlich kühler wurden und dieser meteorologische Umschwung sich auch auf die Späternte positiv ausgewirkt habe. «Der Braeburn wird erst noch geerntet und hat dadurch länger Zeit, um zu reifen. Die Sorte weist schon jetzt eine gute Grösse auf. Ich denke, das könnte eine gute Ernte geben», sagt Thali.

Qualität wirkt positiv auf den Preis

Bisher konnte der Obstbauer etwa 30 Tonnen pro Hektar ernten. Das sei zwar weniger als im vergangenen Jahr, doch hofft Thali, dass sich die Situation für die Produzenten durch die gute Qualität ausgleicht und sich diese positiv auf den Preis auswirkt. Im Kanton Luzern wird auf einer Fläche von 190 000 Hektaren Tafelobst angebaut. «Eine definitive Bilanz zur diesjährigen Ernte kann man aber erst Ende November ziehen, wenn die Einlagerung abgeschlossen ist.»

Most-Reserven knapp

Bei den Mostäpfeln fiel die Ernte allerdings nicht wie erwartet aus. «Wir erwarteten mit 70 000 Tonnen bereits 25 Prozent weniger Mostäpfel in der gesamten Schweiz als in den Vorjahren», sagt Beat Felder vom Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung des Kantons Luzern. «Bis Mitte Oktober wurden aber gerade einmal 50 Prozent davon gepresst. Die Mostapfelernte fällt in diesem Jahr also eher gering aus.» Auch hier spielte der trockene Sommer eine grosse Rolle. «Die Äpfel fielen teilweise schon in den Sommermonaten vom Baum und waren noch unreif. Zudem sind auch die Mostäpfel in diesem Jahr kleiner», sagt Felder. Zwar hätten die Mostereien dank Konzentrat, das sie lagern und rückverdünnen können, noch keinen Engpass, die Reserven würden wegen der geringen Ernte allerdings irgendwann knapp. Dennoch sagt Felder: «Eine Krise ist das nicht.»

Im Kanton Luzern gibt es rund 250 000 Hochstammbäume, 60 000 davon stehen allein im Seetal. Zudem seien viele Bäume neu gepflanzt worden.

Sarah Weissmann