LUZERN: Wer greift für die SVP an?

Die SVP will zum ersten mal in den Ständerat einziehen. Die Frage ist nur: Mit wem? Felix Müri, der Wunschkandidat der Mutterpartei, will nicht. Genauso ein zweites Luzerner politisches Schwergewicht.

Drucken
Teilen
Keine Lust auf das Stöckli? Felix Müri (links) hat sich gegen den Ständerat entschieden, Paul Winiker (Mitte)  gibt sich bedeckt,
 und auch Guido Müller muss es sich noch überlegen. (Bilder Keystone, Dominik Wunderli, PD)

Keine Lust auf das Stöckli? Felix Müri (links) hat sich gegen den Ständerat entschieden, Paul Winiker (Mitte) gibt sich bedeckt, und auch Guido Müller muss es sich noch überlegen. (Bilder Keystone, Dominik Wunderli, PD)

Der SVP-Nationalrat Felix Müri hat sich für den Nationalrat und gegen den Ständerat entschieden. Die Delegiertenversammlung des Wahlkreises Hochdorf hat ihn und Fredi Winiger, Gemeinderat in Hohenrain, zuhanden der kantonalen SVP als Nationalratskandidaten vorgeschlagen. Auf der Traktandenliste stand aber auch die Nomination für den Ständerat. Doch Müri steht für dieses Amt definitiv nicht zur Verfügung, wie er auf Anfrage bestätigt. «Ich habe in den vergangenen Jahren viele Projekte im Nationalrat lanciert. Diese will ich zu Ende bringen.» Zudem werde er gemäss des geltenden Turnus bei einer Wiederwahl im nächsten Jahr Präsident der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK). Er sei zufrieden mit seinem jetzigen Posten als Nationalrat. Dennoch: Eine Kandidatur für den Ständerat habe er sich lange überlegt, so Müri. «Die SVP Schweiz wollte, dass ich kandidiere. Dies, weil die Chancen für einen SVP-Ständerat im Kanton Luzern derzeit sehr intakt sind.»

Mit wem will die SVP-Luzern nun also in den Ständeratswahlkampf steigen, um den frei werdenden Sitz von Georges Theiler (FDP) anzugreifen? «Wir haben genügend geeignete Kandidaten», sagt Müri dazu, ohne Namen zu nennen.

Es braucht ein bekanntes Gesicht

Laut Franz Grüter, Präsident der kantonalen SVP, ist noch nichts entschieden. «Klar ist, dass wir mit Sicherheit eine Kandidatin oder einen Kandidaten aufstellen werden», sagt er. Bis Ende Mai können die Wahlkreisparteien Vorschläge einreichen. Am 11. Juni entscheiden die Delegierten der SVP Luzern, wer im Herbst für den Ständerat kandidieren soll. «Es wird sicherlich eine Person sein, die über die Parteigrenzen hinaus anerkannt ist und eine gewisse Bekanntheit im Kanton hat», sagt Grüter. Er selbst stehe nicht zur Verfügung. Bereits Ende Jahr hat Nationalrätin Yvette Estermann ihr Interesse für den Ständerat angekündigt. Sie ist parteiintern aber nicht unumstritten. 2011 wollte Estermann für die Kleine Kammer kandidieren, allerdings erst im zweiten Wahlgang und zum Missfallen der Parteileitung.

«Ich stehe nicht zur Diskussion»

Vor wenigen Monaten schloss auch der Emmer Gemeinderat Urs Dickerhof eine Ständeratskandidatur nicht aus. Heute sagt er auf Anfrage: «Im Moment stehe ich weder als National- noch als Ständerat zur Diskussion.» Die Partei müsse nun zuerst die Regierungsratswahlen abwarten. Will heissen: Schafft es der Krienser Regierungsratskandidat Paul Winiker am 10. Mai nicht in die Luzerner Regierung, wäre wohl auch er ein möglicher Kandidat für den Ständerat. Doch davon will dieser – zumindest derzeit – nichts wissen. «Ich konzentriere mich voll und ganz auf den 10. Mai», sagt Winiker auf Anfrage. Parteiintern werden derzeit vor allem Kantonsrat Armin Hartmann und Fraktionschef Guido Müller als wählbare Kandidaten gehandelt. Hartmann bestätigt auf Anfrage, dass er «eine Kandidatur prüft». Er werde sich bis Mitte Mai entscheiden. Und Guido Müller sagt: «Wenn mich die Partei als potenziellen Ständeratskandidaten sieht, werde ich mir das natürlich überlegen.»

Andere Parteien sind schon weiter

Anders als die SVP haben die übrigen bürgerlichen Parteien und die SP mögliche Ständeratskandidaten bereits öffentlich vorgeschlagen. Diese müssen von der jeweiligen Parteibasis aber noch bestätigt werden. Diese Versammlungen finden in den nächsten Wochen statt. Klar ist: Die CVP will mit Konrad Graber ihren Sitz halten. Den frei werdenden Platz von Georges Theiler will die FDP mit Damian Müller verteidigen. Und die SP tritt mit Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo an. Für die Grünliberalen will Nationalrat Roland Fischer in die Kleine Kammer einziehen. Noch unklar ist, wer die Grünen im Ständeratswahlkampf vertritt. «Wir werden aber sicherlich antreten», sagt Co-Präsidentin Katharina Meile.

Christian Hodel