LUZERN WEST: Wiggertalbahn: Das Hinterland sucht Anschluss

Entwicklungsträger und Gemeinden bündeln die Kräfte. Mit ihren Plänen wollen sie das Hinterland auf Schiene und Strasse vorwärtsbringen – auch wenn es noch lange dauern wird.

Ernesto Piazza
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Mit der Wiggertalbahn wären die Bahnhöfe Nebikon (Bild) und Willisau direkt verbunden. (Bild: Archiv LZ)

Mit der Wiggertalbahn wären die Bahnhöfe Nebikon (Bild) und Willisau direkt verbunden. (Bild: Archiv LZ)

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Schulterschluss im Hinterland: Alberswil, Egolzwil, Ettiswil, Gettnau, Nebikon, Schötz und Willisau haben zusammen mit dem Entwicklungsträger Region Luzern West einen Planungsentwurf erarbeitet. Dieser beinhaltet die Sicherung des Verkehrskorridors für die Spangenschliessung Wiggertalbahn sowie die Umfahrung Schötz/Alberswil. Von 9. Oktober bis 7. November kann man die entsprechenden Unterlagen zur Einsicht und öffentlichen Mitwirkung auf den Verwaltungen der involvierten Gemeinden einsehen und unter www.regionwest.ch herunterladen.

Beide Vorhaben sind für die Entwicklung der Region von grosser Bedeutung. Nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt einer Anbindung der Region Willisau und des Entlebuchs nach Norden (Richtung Basel). Das zeigt sich auch darin, dass die zwei langfristigen Ziele schon im regionalen Entwicklungsplan Willisau-Wiggertal (2007), im kantonalen Richtplan (2015) und in der Mobilitätsstrategie der Region Luzern West (2013) verankert sind.

Bereits im Juni 2016 hatten die sieben Gemeinden eine gemeinsame Absichtserklärung zur raumplanerischen Sicherung des entsprechenden Korridors unterzeichnet. Mit der Unterschrift bestätigen die Kommunen, den definierten Korridor in ihrer nächsten Ortsplanung mitzuberücksichtigen und umzusetzen. Dieser soll eine Breite von 75 Metern haben, wenn Strasse und Schiene nebeneinander verlaufen. Bei getrennter Linienführung geht man von 50 Metern aus. Bei den Anschlussstrecken an die bestehenden Bahnlinien zu den Bahnhöfen Willisau und Nebikon wird mit 20 Metern geplant. Im Anschluss an die Unterzeichnung der Absichtserklärung reichte die Region Luzern West den Teilrichtplan Korridorsicherung Wiggertal gemäss den Vorgaben des kantonalen Planungs- und Baugesetzes dem Kanton zur Vorprüfung ein. Dieser habe nur sehr geringfügige Anpassungen verlangt, sagt Guido Roos, Geschäftsführer Luzern West.

«Chance für Verkehrspolitik des ganzen Kantons»

Bis Ende Jahr will man die Stellungnahmen zum Planungsentwurf auswerten und über das weitere Vorgehen entscheiden. Roos rechnet damit, dass die Region Luzern West das Instrument an ihrer Delegiertenversammlung im Mai 2018 beschliessen kann. Bis der Planungsentwurf aber für die Behörden verbindlich wird, dürfte es noch dauern. So müssen unter anderem Beschwerdefristen abgewartet werden, und der Regierungsrat hat noch darüber zu befinden. Sobald dieser grünes Licht gibt, «werden die Gemeinden die im regionalen Teilrichtplan Korridorsicherung Wiggertal aufgeführten Grundsätze und Massnahmen im Rahmen der nächsten Ortsplanungsrevision umsetzen», so Roos. Für die grundeigentümerverbindlichen Festlegungen braucht es danach die Zustimmung der einzelnen Gemeindeversammlungen.

Der Geschäftsführer der Region Luzern West ist überzeugt, dass die beiden Vorhaben «auch eine Chance für die Verkehrspolitik des gesamten Kantons sind». Wenn man mit der neuen Anbindung nach Bern, Basel oder Zürich fahren könne, «würde es für Luzern und dessen Agglogemeinden ebenfalls zu einer Entlastung kommen». Auf der Zeitschiene gerechnet, geht Roos davon aus, dass eine Umfahrung Schötz/Alberswil «noch rund acht bis zehn Jahre braucht». Das Bahnprojekt dürfte in 20 bis 30 Jahren umgesetzt werden. Roos betont: «Wir machen hier regionsinterne Hausaufgaben für die nächste Generation.»